Kundenzufriedenheit
09. Februar 2010 13:05; Akt: 09.02.2010 14:49 Print
Passagiere sind sauer auf die SBB
von Adrian Müller - Keine Sitzplätze, dreckige Züge: Immer mehr Passagiere sind mit den SBB unzufrieden. Die Gründe dafür liegen nicht nur im stetigen Passgierboom, sagen Experten.
Überfüllte Züge zu Stosszeiten sind die grösste Herausforderung für die SBB. (Bild: Keystone)
Laut dem jüngsten SBB-Markforschungsbericht, den der «Blick» auszugsweise veröffentlichte, ging die Zufriedenheit der Bahnpassagiere auch im Jahr 2009 konstant zurück. Im Bereich Wohlbefinden – freundlicher Service, angenehme Atmosphäre – ist der Index von 74.1 Punkten Ende 2006 bis Ende 2009 auf 71.8 Punkte gefallen. Besonders sauer sind Pendler wegen den überfüllten Zügen, hierbei sank die Zufriedenheit um fast fünf Punkte. «Insgesamt hat die Kundenzufriedenheit aber im letzten Jahr nur um 0.1 Punkte abgenommen», betont SBB-Sprecher Roman Marti gegenüber 20 Minuten Online. Details zu dem Bericht könne er nicht nennen, das Papier werde wie üblich an der Bilanzmedienkonferenz im April veröffentlicht.
SBB rüsten alte Wagen auf
Rund 180 Zweitklasswagen der SBB erhalten ein Facelifting für insgesamt 86 Millionen Franken. Nach der Aufwertung in den nächsten drei Jahren können die 35 Jahre alten Wagen weitere acht bis zehn Jahre im Betrieb bleiben.
Konkret bauen die SBB bei den einstöckigen Wagen (Bpm 51) eine Klimaanlage und automatisierte Türen ein. Zudem werden sie saniert und neu lackiert, bevor sie wieder wie bisher zwischen Genf und Brig, am Gotthard, sowie auf der Linie Basel-Aarau-Zürich-Chur zum Einsatz kommen. (sda)
Defekte WCs bleiben länger im Umlauf
Pro Tag sind über
Die Passagiere sind gemäss dem Index immer unzufriedener mit den Zugbegleitern und beklagen sich über mangelnden Service. «Mehr Passagiere benötigen auch entsprechend mehr Personal», sagt Edwin Dutler, Präsident von Pro Bahn, der Interessenvereinigung der ÖV-Benutzer. Hierbei habe die SBB erst kürzlich die Notbremse gezogen und setze wieder auf den meisten Zügen zwei Zugbegleiter ein. Das geht aber nicht ohne zusätzliches Personal: «Bis 2014 stellen wir 125 zusätzliche Zugbegleiter ein», sagt Bahnsprecher Marti. Der Hauptkritikpunkt der Passagiere bleibt aber die überfüllten Züge: «Seit einiger Zeit sind die Züge auch in den Nebenzeiten vielerorts gut besetzt. Auch an den Wochenenden müssen sich die Passagiere immer öfter über randvolle Wagen ärgern», so Dutler.
Kundenparlament soll Probleme an den Tag bringen
Die SBB fahren auf dem Zahnfleisch, die Kunden werden immer unzufriedener: «Die Nachfragespitze ist unsere grösste Herausforderung», sagt SBB-Sprecher Marti. Um die Anliegen der Kunden noch besser aufnehmen zu können, würden pro Jahr über
Apropos Kundenmeinung: In einer Umfrage von 20 Minuten Online erklärten fast 60 Prozent der 2000 Teilnehmer, dass für sie nicht verspätete oder überfüllte Züge das grösste Ärgernis seien, sondern das Verhalten von anderen Mitreisenden.




























von: Egon am: 20.02.2010 20:22
von: M.H am: 20.02.2010 09:54
von: Fabio am: 19.02.2010 20:30