Kriminalstatistik

22. März 2010 16:29; Akt: 22.03.2010 16:44 Print

Gewalttaten passieren meist zuhauseGewalttaten passieren meist zuhause

In der Schweiz wurden im Jahr 2009 über 676 000 Straftaten registriert. Ein Grossteil der Gewalttaten werden in den eigenen vier Wänden verübt.

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Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 51 vollendete und 185 versuchte Tötungsdelikte sowie 524 schwere Körperverletzungen und 666 Vergewaltigungen registriert, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Diese schweren Gewaltstraftaten machten 3 Prozent aller Straftaten aus. Der Gesamtanteil der Gewaltdelikte lag bei 9 Prozent. Mit rund 16 350 Straftaten entfiel ein grosser Teil der Gewaltstraftaten auf den häuslichen Bereich, hält das BFS fest. Den grössten Anteil aller Straftaten machten mit 56 Prozent die Diebstähle und Sachbeschädigungen aus.

Rund 52 Prozent der Beschuldigten von Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch sind Schweizer, 29 Prozent gehören zur ständigen ausländischen Wohnbevölkerung und 4,4 Prozent zur Asylbevölkerung. Die übrigen 14 Prozent der Beschuldigten sind Ausländer, die sich ohne längerfristige Aufenthaltsregelung in der Schweiz aufhalten.

Berücksichtigt man nur die Beschuldigten unter der ständigen Wohnbevölkerung, beträgt der Ausländeranteil 36 Prozent. Bei den Gewaltstraftaten liege der Anteil der Ausländer mit 42 Prozent deutlich über deren Bevölkerungsanteil, schreibt das BFS. Der Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung liegt bei rund 22 Prozent.

Neue einheitliche Erfassungsmethode

Ob die Delikte im Vergleich zum Vorjahr zu- oder abnahmen, ist nicht ohne Weiteres festzustellen. Die Zahlen seien nicht oder nur beschränkt mit früheren Angaben vergleichbar, hält das Bundesamt fest. Der Grund dafür ist eine neue Erfassungsmethode.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals sämtliche Straftatbestände von allen Kantonen nach einheitlichen Kriterien erfasst und zentral aufbereitet. Die Schweiz schlage ein neues Kapitel in der polizeilichen Kriminalstatistik auf, schreibt das BFS.

Raub und Einbrüche nehmen zu

In einigen Kategorien ist nach Angaben der Statistiker dennoch eine Aussage über die Entwicklung möglich: Bei Raub, Einbruchdiebstählen sowie Freiheitsberaubung, Entführung und Nötigung ist demnach eine steigende Tendenz festzustellen.

Knapp 56 Prozent der Beschuldigten wurden im vergangenen Jahr wegen einer einzelnen Straftat gegen das Strafgesetzbuch registriert. Weitere 42 Prozent wurden für zwei bis zehn Straftaten polizeilich registriert. Nur rund 2,6 Prozent der Beschuldigten begingen mehr als zehn Straftaten. Diesen Beschuldigten werden laut Mitteilung nach heutigem Wissensstand rund 22 Prozent der 2009 registrierten und aufgeklärten Straftaten zugeschrieben.

Im 2009 gab es zudem rund 49 900 Fälle von Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein Grossteil der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, nämlich 69 Prozent, betraf die illegale Einreise oder den unrechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz.