SBB-Unterhalt

03. Oktober 2009 23:40; Akt: 04.10.2009 08:19 Print

Leuenberger zeichnet ein dunkles SzenarioLeuenberger zeichnet ein dunkles Szenario

Bundesrat Moritz Leuenberger geht nach seiner Grundsatzkritik am Sparpaket des Bundes in die Offensive: «Es droht ein Kollaps der Bahn und der Verkehrssysteme, wenn wir bei der Infrastruktur zu sparen beginnen».

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(Bild: Reuters/Michael Buholzer)

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Leuenberger nennt in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». erstmals konkrete Infrastrukturprojekte, die durch die Sparpläne gefährdet sind: «Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau der S-Bahn Zürich, verschiedene Doppelspurausbauten der BLS und der Ausbau der Strecke Bern–Solothurn.» Die Folge des Sparens wäre eine «rigorose Verzichtsplanung», sagt der Verkehrsminister weiter. Sein Departement sei am stärksten betroffen vom Sparpaket, das der Bundesrat am Mittwoch angekündigt hat und das ab 2011 jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Franken bringen soll.

Leuenberger unterstützt SBB-Chef Andreas Meyer, der sagte, die Bahn benötige für die Infrastrukturerhaltung und den Unterhalt mehr als eine Milliarde Franken. «Objektiv gesehen stimmt es, dass die SBB störungsanfälliger geworden sind», räumt der Verkehrsminister ein. Der Bund habe in den letzten Jahren viel in die Bahn investiert – «und eine Folge davon sind höhere Unterhaltskosten». Weitere Mittel für die Bahn seien deshalb «unbedingt» nötig: «Wenn wir jetzt die nötigen Unterhaltsarbeiten nicht erledigen, kommt das später doppelt so teuer.»

Für Pendler wirds ungemütlich

Der Direktor des Bundesamts für Verkehr, Max Friedli, sagte in einem Interview der «Südostschweiz am Sonntag» zu den Folgen der Sparpläne des Bundesrats, man müsste die Subventionen für den Güterverkehr streichen oder die Abgeltungen an den Regionalverkehr kürzen. Das hätte zur Folge, dass viele Pendler auf die Strasse wechseln würden oder zu Stosszeiten noch eingepferchter wären.

(mlu/dapd)