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SBB-Unterhalt
03. Oktober 2009 23:40; Akt: 04.10.2009 08:19 Print
Leuenberger zeichnet ein dunkles Szenario
Bundesrat Moritz Leuenberger geht nach seiner Grundsatzkritik am Sparpaket des Bundes in die Offensive: «Es droht ein Kollaps der Bahn und der Verkehrssysteme, wenn wir bei der Infrastruktur zu sparen beginnen».

(Bild: Reuters/Michael Buholzer)
Leuenberger nennt in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». erstmals konkrete Infrastrukturprojekte, die durch die Sparpläne gefährdet sind: «Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau der S-Bahn Zürich, verschiedene Doppelspurausbauten der BLS und der Ausbau der Strecke Bern–Solothurn.» Die Folge des Sparens wäre eine «rigorose Verzichtsplanung», sagt der Verkehrsminister weiter. Sein Departement sei am stärksten betroffen vom Sparpaket, das der Bundesrat am Mittwoch angekündigt hat und das ab 2011 jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Franken bringen soll.
S-Bahn fährt überall pünktlicherDie S-Bahnen in den grossen Agglomerationen der Schweiz sind immer pünktlicher unterwegs. Das zeigen die Erhebungen des ersten Halbjahrs 2009, die der Zeitung «Sonntag» vorliegen:
- Bei der S-Bahn Luzern kommen 89,6 Prozent der Züge mit weniger als zwei Minuten Verspätung an. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
- Bei der von der BLS betriebenen S-Bahn Bern haben 94 Prozent der Züge weniger als 3 Minuten Rückstand auf den Fahrplan. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Wert um einen Prozentpunkt verbessert.
- Auch die S-Bahn St. Gallen ist pünktlicher als im Vorjahr: 94,2 Prozent der von der Regionalbahn Thurbo betriebenen Züge hatten im ersten Halbjahr weniger als 2 Minuten Verspätung. In der Vorjahresperiode waren es 93,2 Prozent.
- Bei der Regio-S-Bahn Basel hatten 97 Prozent der Züge weniger als 5 Minuten Verspätung – das entspricht exakt dem Vorjahreswert.
- Die S-Bahn Zürich war im ersten Halbjahr leicht weniger pünktlich als im Vorjahr. Die SBB erreichte 69 Punkte – das ist ein Punkt weniger, als im Vorjahr. Trotzdem sagt SBB--Sprecher Daniele Pallecchi: «In den Monaten Juli bis September haben wir das Vorjahr übertroffen. Insgesamt war die S-Bahn Zürich noch nie pünktlicher unterwegs als dieses Jahr.»
Leuenberger unterstützt SBB-Chef Andreas Meyer, der sagte, die Bahn benötige für die Infrastrukturerhaltung und den Unterhalt mehr als eine Milliarde Franken. «Objektiv gesehen stimmt es, dass die SBB störungsanfälliger geworden sind», räumt der Verkehrsminister ein. Der Bund habe in den letzten Jahren viel in die Bahn investiert – «und eine Folge davon sind höhere Unterhaltskosten». Weitere Mittel für die Bahn seien deshalb «unbedingt» nötig: «Wenn wir jetzt die nötigen Unterhaltsarbeiten nicht erledigen, kommt das später doppelt so teuer.»
Für Pendler wirds ungemütlich
Der Direktor des Bundesamts für Verkehr, Max Friedli, sagte in einem Interview der «Südostschweiz am Sonntag» zu den Folgen der Sparpläne des Bundesrats, man müsste die Subventionen für den Güterverkehr streichen oder die Abgeltungen an den Regionalverkehr kürzen. Das hätte zur Folge, dass viele Pendler auf die Strasse wechseln würden oder zu Stosszeiten noch eingepferchter wären.
(mlu/dapd)

























