05. März 2007 13:36; Akt: 05.03.2007 14:01 Print

Tausende von Hundebissen verletztTausende von Hundebissen verletzt

Die Opfer sind meist Kinder. Die Täter haben vier Beine und scharfe Zähne. In der Schweiz werden jährlich 3.000 Menschen durch Hundebisse verletzt, die Behörden rechnen mit einer Dunkelziffer von 13.000.

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Das zeigt die erste Datenauswertung seit der Einführung der Bissmeldepflicht. Noch unklar ist, ob eine bestimmte Hunderasse besonders aggressiv ist. Insgesamt sind zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember 2006 1.003 Bissverletzungen bei Menschen gemeldet worden. Auf ein Jahr hochgerechnet macht das über 3.000 Bisse, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) und die Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und -ärzte am Montag mitteilten. Dies ist aber wohl nur die Spitze des Eisbergs. Die Behörden rechnen nämlich mit einer hohen Dunkelziffer und gehen von jährlich rund 13.000 Hundebissen bei Menschen aus.

Auffallend ist in erste Linie, dass es sich bei den Opfern meist um Kinder handelt. Zwar wurden nur bei 625 Fällen Angaben zum Alter des Opfers gemacht; in 18 Prozent davon waren jedoch Kinder bis zehn Jahre betroffen. Zudem werden Kinder meist schwerwiegender verletzt, da sie häufig am Hals oder Kopf gebissen werden, während Hunde bei Erwachsenen eher Hände, Arme oder Beine attackieren.

In zwei von drei Fällen kannte das Opfer das Tier, wie die Auswertungen weiter zeigen. In 13 Prozent der Fälle biss gar der eigene Hund zu. Erkenntnisse, ob von einer bestimmten Rasse eine überdurchschnittlich grosse Gefahr ausgeht, liefern die erhobenen Daten allerdings nicht. Angegeben wird nur der Hundetyp, der lediglich über Erscheinung und Aussehen des Tieres Aufschluss gibt. Demnach stammten die Bisse von über 200 verschiedenen Hundetypen. Insgesamt wurde in 77 Fällen der Hund als übermässig aggressiv eingestuft.

Wo eine Klassifizierung möglich war, dominierten gemäss der Mitteilung Schäfer- und Sennenhunde; also jene Hunde, die in der Schweiz auch am häufigsten vorkommen. Genauere Erkenntnisse erhoffen sich die Behörden von der Datenbank ANIS, auf der seit Anfang 2007 alle Hunde registriert sein müssen. Auf Grund dieser Daten und der Angaben zu Bissmeldungen lasse sich sagen, ob eine Rasse überdurchschnittlich oft zubeisse.

Wie BVET-Sprecher Marcel Falk sagte, wurden in einigen hundert Fällen Massnahmen getroffen. Diese reichen von einem Hundekurs über Leinen- oder Maulkorbpflicht bis - im Extremfall - zur Einschläferung des Tieres. Dies war laut Falk in einigen wenigen Fällen nötig. Aber auch auf Opferseite werde angesetzt, indem die Betroffenen über richtiges Verhalten mit Hunden aufgeklärt würden.

Generell kommen die Behörden zum Schluss, dass die Meldepflicht funktioniere, die Meldedisziplin aber noch verbessert werden müsse. Laut Falk soll darum die Information bei Ärzten, Tierärzten und Ausbildnern, aber auch auf Opferseite verbessert werden. Zudem soll bei der Prävention ein Schwerpunkt auf den Schutz von Kindern gelegt werden.

Die Meldepflicht für Hundebisse gilt seit dem 2. Mai 2006. Vergleichbare Daten existieren jedoch erst seit vergangenem September.

(dapd)