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25. Juni 2006 12:01; Akt: 25.06.2006 17:07 Print
Polizei bekommt umstrittene Mannstopp-Munition
Die Schweizer Polizeien dürfen künftig Deformationsgeschosse zum Stoppen gefährlicher Krimineller einsetzen. Die mann-stoppende Munition ist ethisch umstritten.
Die kantonalen Polizeikorps der Schweiz können dennoch mit Deformationsmunition ausgerüstet werden. Die Landesregierung habe sich aufgrund einer Motion bereit erklärt, das Grenzwachtkorps und die Bundeskriminalpolizei mit der Deformationsmunition auszurüsten, bestätigte Markus Notter, Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), Artikel der «SonntagsZeitung» und der «NZZ am Sonntag».
Deformationsgeschosse, wie sie die deutsche Polizei bereits verwendet sollen auch bei den Schweizer Kantonspolizeien zum Einsatz kommen.(Bild: Keystone/UWE LEIN)
In ihrer Frühjahrssitzung hatte sich die KKJPD für die Deformationsmunition auch bei den kantonalen Polizeikorps ausgesprochen. Wie Notter erklärte, wartete die Konferenz vor der Einführung aber die Ansicht des Bundesrates ab.
Die Landesregierung nämlich hatte völkerrechtliche Bedenken geäussert, als die Deformationsmunition für Polizeikorps das erste Mal diskutiert wurde. Die bundesrätliche Bereitschaft zur Entgegennahme der Motion zeige, dass diese Bedenken jetzt offenbar ausgeräumt seien, sagte Notter.
«Dum-dum-Geschosse» völkerrechtlich geächtet
Die sogenannten «Dum-dum-Geschosse» sind völkerrechtlich geächtet. Wie Notter erklärte, ist die Deformationsmunition, die jetzt eingeführt werden soll, etwas anderes. Auch Fachartikel etwa im Organ des Roten Kreuzes würden das belegen.
Weniger Gefahr für Dritte
Die Deformationsmunition habe eine bessere Mann-Stopp-Wirkung als die herkömmlichen Kugeln. Da sie sich im Getroffenen ausdehnt und steckenbleibt, werden Dritte weniger gefährdet. In Deutschland habe die Polizei gute Erfahrungen mit der Munition gemacht.
Er rechne in Kürze mit der Einführung der Deformationsmunition in den Kantonen. Notter erinnerte im weiteren daran, dass Polizeibeamte in den letzten 15 Jahren etwa 20 Mal pro Jahr Schüsse abgegeben hätten. Das sei nicht einmal eine Schussabgabe pro Kanton und Jahr.
(sda)

























