Deutschen-Debatte

29. Oktober 2009 06:14; Akt: 29.10.2009 08:31 Print

«Wir tauschen gerne Hess gegen Alena Gerber»«Wir tauschen gerne Hess gegen Alena Gerber»

von Lukas Mäder - Die SVP wettert gegen eine deutsche Moderatorin in der Schweiz — weil diese kein Schweizerdeutsch spricht. Dafür hat Juso-Präsident Wermuth kein Verständnis. Aber auch linke Politiker stimmen in den Chor der Zuwanderungs-Kritiker ein.

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In der Kritik, weil sie als Moderatorin kein Schweizerdeutsch spricht: Alena Gerber. (Bild: 20 Minuten Online)

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Die Hatz gegen Deutsche in der Schweiz geht weiter: Die deutsche Moderatorin von usgang.tv, Alena Gerber, solle sich eine Stelle in Deutschland suchen, fordert Erich Hess, Präsident der Jungen SVP (JSVP), und erhält Unterstützung von SVP-Nationalrat Hans FehrDas ParlamentHans Fehr
SVP, ZH
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(ZH). Grund für die Tiraden gegen die Deutsche: Sie spricht kein Schweizerdeutsch, obwohl sie in der Schweiz arbeitet (20 Minuten Online berichtete). Damit gerät erneut eine deutsche Moderatorin ins Visier von Mundart-Fanatikern, nachdem die Radio-Energy-Moderatorin Katrin Wilde Ende 2007 aus der Schweiz gemobbt wurde.

Hess glänze nicht mit seinem Hochdeutsch

Die Äusserungen von Hess stossen am linken Rand des Parteispektrums auf Unverständnis: «Diese blödsinnigen Äusserungen sind völlig daneben», sagt Cédric WermuthDas ParlamentCédric Wermuth
SP, AG
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, Präsident der Jungsozialisten (Juso). Hess wolle politisches Kapital schlagen aus der Angst der Leute um ihren Job. «Ich würde gerne tauschen: Deutschland kann Hess haben, und wir behalten die junge Dame», sagt Wermuth. Ausschlaggebend sei aber nicht das hübsche Aussehen von Alena Gerber: «Als Moderatorin bringt sie dem Land sicher mehr als Hess mit seiner Politik.» Zudem sei der JSVP-Präsident nicht gerade mit gutem Hochdeutsch aufgefallen, sagt Wermuth, um die fehlenden Mundart-Kenntnissen Gerbers zu kritisieren.

Doch auch aus dem linken Lager sind kritische Stimmen zu hören gegenüber der wachsenden Zuwanderung - und sie meinen meist die Deutschen in der Schweiz. So haben die Grünen Nationalräte Bastien GirodDas ParlamentBastien Girod
Grüne, ZH
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(ZH) und Yvonne GilliDas ParlamentYvonne Gilli
Grüne, SG
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(SG) ein Positionspapier verfasst, dass die negativen Folgen der Zuwanderung auflistet (20 Minuten Online berichtete). Wohnungsnot, Verkehrsstau oder Luftverschmutzung: Schuld daran sei die Zuwanderung. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» forderte Girod vermehrt Stiftungen, die über Wartelisten Wohnungen vergeben: «Mit Wartelisten ist eine gewisse Sesshaftigkeit verbunden, weil man nicht mal rasch eine Wohnung erhält.» Mit dem Phänomen Migration kann Girod offenbar nicht viel anfangen. Er wünscht sich stattdessen eine Sesshaftigkeit wie im 19. Jahrhundert. Für eine Stellungnahme zur aktuellen Diskussion hatte Girod keine Zeit.

Qualitatives Wachstum als Lösung

Die Grünen spielen der SVP in die Hände, findet Juso-Präsident Wermuth: «Es wirkt befremdend, dass die Grünen und rechten Naturschützer einmal mehr eine unheilige Allianz eingehen», sagt er. Probleme wie Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit will er nicht verneinen. Doch Girods Ansatz findet Wermuth falsch: «Die Schweiz braucht qualitatives Wachstum, um die Probleme zu lösen.»

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  • Herbert Werthmann am 09.12.2009 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Draufschlagen ?

    Seit 10 Jahren fahre ich regelmäßig 3-4 mal pro Jahr in die Schweiz. Ich bin noch nie beschimpft oder sonst schlecht behandelt worden. Vielleicht liegt es daran, daß ich mich in meinem Gastland wie ein Gast benehme ? Keiner nimmt mir übel, daß ich immer noch kein Schweizerdeutsch spreche und öfters nachfrage, was der Gesprächspartner gemeint hat. Natürlich sind die Schweizer anders als wir Deutsche - na und ? Es wird immer und überall Menschen geben, die gegen andere hetzen, ist das bei uns in D anders ?

  • Düütscher42 am 09.12.2009 02:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist OK!

    Zugegeben, es gibt auch unfreundliche Schweizer, aber das sind lange nicht alle so! Man muss sich hier einfach anpassen und benehemen, dann wird man auch nicht als Deutschen "beschimpft". Aber dumme Sprüche gibt's immer und überall, auch in D genug. Ich finde die Schweizer ganz cool, abgesehen von den Superreichen, die weniger Steuer zahlen, aber das finde Schweizer auch nicht mehr lange OK.

  • Rüdi Rüppel am 09.12.2009 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Immmer schön über die Deutschen lästern, aber desöfteren die deutschen Strassen mit chaotischem Fahrstil belagern. Der eine fährt seine 80km/h auch durchs Dorf, dafür schleicht man dann mit 50 über die Landstrasse... Auf der A81 auch nicht viel besser, da lebt man dann das aus, was in Ch teuer geahndet wird. Ohne zu blinken, rücksichtslosigkeit pur. Wenn ich nicht etliche Schweizer kennen würde, die wirklich nett und cool sind, täte ich denken... Die sind alle so schwach in der Birne. Gute N8 Schweiz, wählt mal richtige Politiker. Wenn schon die Deutschen mittels Volksentscheid nicht abstimm