Wer trifft das Minarett?

17. Oktober 2009 23:00; Akt: 19.10.2009 11:42 Print

«Dieses Spiel ist Menschen-entwürdigend»«Dieses Spiel ist Menschen-entwürdigend»

von Deborah Rast - Auf Muezzine schiessen? Kein Problem für die Befürworter der Minarett-Initiative. In einem Online-Game rufen sie genau dazu auf und riskieren eine Klage.

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Screenshot des Spiels.

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Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Minarett-Initiative erreicht einen neuen Höhepunkt: Am Sonntag stellte das Pro-Kommitee ein Spiel ins Web, bei dem auf Minarette geschossen werden muss, um diese zum ­Verschwinden zu bringen. Gelingt das nicht, kommen Muezzine auf die Minarette und verbreiten lautstark die Botschaft Allahs. Doch schiesst man auf den Muezzin, kehrt dieser wieder in sein Minarett zurück.

«Das ist eine neue und gefährliche Dimension im Umgang mit anderen», tobt der Präsident der Föderation ­Islamischer Dachorganisa­tionen, Hisham Maizar. Das Spiel sei abscheulich und Menschen-entwürdigend. Der gleichen Meinung ist der Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Georg Kreis: «Mit diesem Produkt müssen sich die Staatsanwaltschaften und dann die ordentlichen Gerichte befassen. Unser Problem in der Schweiz sind ganz offensichtlich nicht die Muslime, sondern die vermeintlich ureidgenössischen Taliban.» Auch bei den Politikern sorgt das Minarett-Game für Aufregung: «Das ist ein indirekter Aufruf zur Gewalt gegen Muslime», findet CVP-Nationalrätin Ruth HumbelDas ParlamentRuth Humbel
CVP, AG
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Der Präsident des Initiativ-Kommitees Walter WobmannDas ParlamentWalter Wobmann
SVP, SO
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(SVP) rechtfertigt sich: «Auf die Muezzine wird nicht geschossen, sie werden nur gestoppt.»