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20. Juni 2007 08:09; Akt: 20.06.2007 08:48 Print
Wird Digital-TV gesetzlich ausgebremst?
Die für digitales Fernsehen zwingend notwendigen Set-Top-Boxen brauchen viel zu viel Strom, besonders im Standby-Modus. Jetzt handeln die Politiker.
Cablecom und Bluewin loben ihr digitales Fernsehangebot in jeder erdenklichen Werbeform in höchsten Tönen: Hunderte Sender, bessere Bilder und Mietvideos aus der Steckdose heissen die vielgepriesenen Vorzüge des neuen Fernsehens. Doch die Anbieter verschweigen einen gravierenden Nachteil dieser schönen neuen Fernsehwelt: Um das neue Angebot zu empfangen, ist eine sogenannte Set-Top-Box nötig, welche das digitale Signal decodiert und es so aufbereitet, dass es auf einem TV-Gerät wiedergegeben werden. Und diese Geräte sind wahre Stromfresser. Im Betrieb brauchen sie zwischen 13 und 30 Watt. Auch im Standby-Modus brauchen sie nur unwesentlich weniger: Zwischen 10 (Cablecom) und 15 Watt (Bluewin). Wenn dereinst die ganze Schweiz digitalisiert sein wird, werden die Geräte bei jetzigem Stand pro Jahr 15 Prozent der Jahresproduktion des Kernkraftwerks Mühleberg verschlingen - das entspricht 400 Millionen Kilowattstunden.
(Bild: Keystone)
Jetzt hat die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga reagiert. Sie verlangt, dass der Stromverbrauch der digitalen Empfangsgeräte gesetzlich geregelt wird. «Mein Ziel: Die Geräte dürfen nicht mehr als 5 Watt brauchen», erklärte sie in der heutigen Ausgabe von «Blick». Morgen wird sich der Ständerat mit der Motion der Kommision für Raumplanung, Verkehr und Energie beschäfigen. Sollte dieses Gesetz wie von Sommaruga vorgesehen auf 1. Januar 2008 in Kraft treten, könnte das gravierende Folgen für die Digitalisierung der Schweiz haben. Denn es gibt noch gar keine solch verbrauchsgünstigen Geräte. Zwar verpflichtete sich Bluewin mit momentan 40 000 Kunden, ein ökologischeres Gerät zu entwickeln, doch Cablecom (200 000 Digital-Kunden) wollte bisher nichts davon wissen. Jetzt kommt man dort in eine unangenehme Lage. «Wir beziehen die Boxen über unsere Muttergesellschaft Liberty. Diese kauft für ganz Europa zentral und somit auch für die Schweiz günstiger ein. Sie richtet sich nach EU-Normen», erklärte Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer gegenüber «Blick». Und in der EU dürfen die Boxen je nach Typ bis zu 20 Watt verbrauchen. Sollte Ständerätin Sommaruga mit ihrer Motion also durchkommen, wäre die Zukunft des digitalen Fernsehens in der Schweiz ungewisser den je.
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Alle 123 Kommentare




























Was heisst da Hetzjagd auf Cablecom?
Werter Herr Bertschi, wenn sie den Artikel gelesen hätten, hätten sie gesehen, dass Bluewin noch schlechter wegkommt als Cablecom. Es ist nur ein Akt der Vernunft diese Stromfresser schon jetzt im Anfangsstadium der Verbreitung zu unterbinden. Später ist dies viel schwieriger, oder nicht?
Hetzjagd
ich denke da müsste man zuerst mal eine vorschrift erlassen, dass nur noch haushaltsgeräte der energieklasse A verkauft werden dürfen. aber ist halt im trend gegen cablecom etc zu motzen...
super Jdee der Linken
Wählt schön brav im Herbst SP und Grüne und wir werden in einem Jahr mit Ross und Wagen unterwegs sein. Alle die über Cablecom herziehen macht mal das gleiche bei Billag und weigert euch für das dämliche SF DRS zuzahlen. Zudem kann jeder sich eine Schüssel kaufen ist halt leider nicht gratis.