Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Familie Selimi
08. September 2010 16:35; Akt: 08.09.2010 16:47 Print
Die Selimis werden nicht ausgeschafft
Bundesbern hat seine Meinung geändert: Die aus dem Kosovo stammende Familie Selimi wird nun doch nicht ausgeschafft.
Die drohende Ausschaffung der Familie Selimi hatte in der Westschweiz eine Solitaritätswelle ausgelöst. Denn die Familie gilt als Musterbeispiel einer gut gelungenen Integration.
«Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben», sagte Musa Selimi zur Nachrichtenagentur SDA. Nun sei er endlich zuhause. Am Morgen sei die Familie von den Genfer Behörden über den positiven Entscheid informiert worden, bestätigte er eine entsprechende Information der Agentur DECAPROD.
Als Sans-Papier in die Schweiz gekommen
Vor 20 Jahren war der mittlerweile 40-jährige Musa Selimi nach Genf gekommen. Er arbeitete als Sans-Papier zuerst auf dem Bau, später in einem Restaurant. 2004 wollte der Kosovare seinen Status in der Schweiz legalisieren und reichte ein entsprechendes Gesuch ein.
Während der Kanton Genf das Begehren Musa Selimis befürwortete, lehnte das Bundesamt für Migration (BFM) 2005 den Antrag auf eine Aufenthaltsbewilligung ab - unter anderem, weil Selimis Frau und Kinder im Kosovo lebten.
Kurz nach dem abschlägigen Entscheid holte Selimi seine Frau und die beiden Kinder in die Schweiz, ohne dies gegenüber den Behörden zu erwähnen. Der Mann argumentierte, er habe seine Tochter in der Schweiz einschulen wollen. Die Behörden hingegen sahen darin ein gezieltes Manöver Selimis, sämtliche Beziehungen zum Kosovo abzubrechen, um damit den Entscheid des BFM auszuhebeln.
Für ganze Famillie abschlägige Entscheide
2007 beantragten schliesslich Selimis Frau und seine Kinder Aufenthaltsbewilligungen für sich. Doch auch diese Gesuche wurden abgelehnt. Selbst der Gang ans Bundesverwaltungsgericht half nichts: Das Gericht stützte den Entscheid des BFM. Am 5. Juli hätten die Selimis ausgeschafft werden sollen.
Die drohende Ausschaffung löste am Genfersee eine Solidaritätswelle aus. Denn die aus dem Kosovo stammende Familie gilt als Musterbeispiel einer gelungenen Integration: Vater Musa spricht Französisch und Deutsch und kann sich auch auf Englisch und Italienisch ausdrücken. Die Kinder - mittlerweile acht und zehn Jahre alt - haben ihre ganze Schulzeit in der Schweiz verbracht.
So stellten sich die Behörden der Stadt Carouge, wo die Selimis wohnen, hinter die Familie. Und in Bern weibelten die beiden Genfer Nationalräte Luc BarthassatDas Parlament
Luc Barthassat
CVP, GE
auf MerklisteDetails (CVP) und Jean-Charles Rielle (SP) für die Selimis.
Selbst das Genfer Kantonsparlament ergriff für die Familie Partei und beauftrage die Genfer Regierung, sich bei Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf für die Selimis einzusetzen und die bevorstehende Ausschaffung zu annullieren.
(sda)

























