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Klarer Anstieg
06. Januar 2010 23:07; Akt: 07.01.2010 11:21 Print
Mehr Missbrauch unter Teenagern
von Deborah Rast - Fachleute schlagen Alarm: Die Zahl minderjähriger Sextäter hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen – auch in der Schweiz.
«Wir beobachten einen klaren Anstieg von Fällen, bei denen jugendliche Täter Gleichaltrige oder Jüngere sexuell missbrauchen», sagt Markus Landolt, Leitender Psychologe des Zürcher Kinderspitals. Dies zeigten sowohl Erfahrungswerte der Kinderschutzgruppe des Kinderspitals als auch internationale Studien. Eine Erhebung der Uni Zürich liefert zudem dramatische Zahlen zum Missbrauch von Minderjährigen in der Schweiz: Waren 1999 erst 41 Prozent aller Täter unter 18, waren es 2007 schon 57 Prozent.
Sexuelle Übergriffe von Jugendlichen: Dramatische Zahlen. (colourbox.com)
Psychologe Dr. Martin Landolt.
Opfer-Studie: Teilnehmer gesucht
Das Zürcher Kinderspital führt eine Studie zu sexuellen Belästigungs- und Gewalterfahrungen im Jugendalter durch. Dazu werden männliche und weibliche Jugendliche gesucht, die schon einmal sexuell belästigt wurden oder sexuelle Gewalt erlebt haben. Teilnehmende sollten sich im neunten Schuljahr befinden oder dieses vor höchstens zwei Jahren abgeschlossen haben. Als Dankeschön bekommen Teilnehmende zwei Kinogutscheine.
Kontakt: Dr. V. Schönbucher, 044 266 78 64 oder verena.schoenbucher@kispi.uzh.ch
Als Grund für diese Zunahme vermutet Landolt die Sexualisierung des Alltagslebens etwa durch den unbeschränkten Zugang zu pornografischen Medien sowie der schwindende Einfluss der elterlichen Erziehung (siehe Interview). Rund ein Drittel der Übergriffe passiere vermutlich innerhalb von Beziehungen, so Landolt. Oft geschehe dies nicht durch körperliche Gewalt, sondern durch emotionalen und verbalen Druck. «Die Missbrauchsformen reichen vom Verschicken von Nacktfotos bis hin zur Vergewaltigung», so Landolt.
Wenn Teenager andere Teenager missbrauchen, kann dies für das Opfer verheerende Folgen haben: «Wenn ein Übergriff die erste sexuelle Erfahrung für ein Mädchen ist, hat es später oft Mühe damit, sich wieder zu binden», warnt Verena Schönbucher, Psychologin am Kinderspital. Zudem bestehe die Gefahr, dass solche Mädchen später erneut Opfer von Missbrauch würden. Zu den Folgen von sexuellen Übergriffen führt das Kinderspital Zürich aktuell eine Studie durch (siehe Info-Box).
«Jugendliche versuchen Pornos umzusetzen»
Herr Landolt*, weshalb vergehen sich immer häufiger Teenager an Gleichaltrigen?
Die Gründe sind vielschichtig. Wichtig ist sicher die leichte Verfügbarkeit von Pornos im Internet. Jugendliche wissen oft nicht, dass diese nichts mit der sexuellen Realität zu tun haben. Sie versuchen dann die Praktiken aus den Pornos mit dem Partner umzusetzen. Manchmal auch mit körperlichem oder psychischem Druck. Auch Geschichten über sexuelle Eskapaden – wie etwa die von Carl Hirschmann – in den Medien geben ein völlig falsches Bild von Sexualität. Denn Promis haben für die Jugendlichen eine Vorbildfunktion.
Welche Faktoren spielen sonst noch eine Rolle?
Äusserst relevant ist sicher auch, dass die Eltern ihre erzieherischen Pflichten immer weniger wahrnehmen können. Sie haben oft zu wenig Zeit für ihre Kinder und geben zu wenig klare Regeln und Normen vor.
Was kann gegen diese Entwicklung getan werden?
Prävention beginnt schon im ganz jungen Alter. Zum einen müssen Jugendliche besser über Sexualität und Missbrauch aufgeklärt werden. Dies ist in vielen Fami-lien noch immer tabu. Zum anderen müssen die Täter schnelle und konsequente pädagogische und allenfalls strafrechtliche Konsequenzen spüren.
* PD Dr. Martin LandoltDas Parlament
Martin Landolt
BDP, GL
auf MerklisteDetails ist Leitender Psychologe am Kinderspital Zürich.
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Alle 122 Kommentare




























Pubertät und so weiter
Da hildft auch kein Parteiengefasel, sogar die Geistlichen werden (die Natur!) erfasst und müssen, dürfen, können..... Und Rom schaut fröhlich zu....und wenn nötig zahlen sie mit den Spendcen und Opfern der Gläubigen, um die Sache aus der Welt zu schaffen.
Die Problematik lässt sich an zwei
spezifischen Gruppen von Jugendlichen feststellen. Es sind einerseits ausländische Jugendliche mit einem patriarchalen Umfeld mit niederschwelliger Gewaltbereitschaft. Andererseits, schweizerische Unterschichtsjugendliche mit patriarchalem Umfeld und wenig "Entwicklungsmöglichkeiten" So gesehen, aus dem typischen SVP Umfeld. Es ist also absurd, das Theama als SVP Hetze zu bezeichnen. Die SVP ist Teil dieses Problems und hat intern Handlungsbedarf
Die Ausländer...
werden wohl nicht alle von heute auf morgen zurück wandern können... allerdings würde es mich schon interessieren, welche auswirkungen es hätte, wenn die ausländer ein zwei wochen mal alles boykottieren würden. ob das von den rechten so erhoffte paradies eintritt?