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Referendum über biometrische Ausweise
26. März 2009 07:03; Akt: 26.03.2009 09:06 Print
Chip mit Fingerabdrücken bald auch auf der ID?
von Lukas Mäder - Der Bund will biometrische Pässe einführen. Doch bei den Identitätskarten, über die im Mai ebenfalls abgestimmt wird, ist die Einführung eines Chips noch offen. Vorerst will der Bundesrat darauf verzichten.

Noch ist unklar, ob die Identitätskarte in Zukunft einen Chip mit biometrischen Daten enthält: Die automatische Gesichtserkennung beim biometrischen Pass 06. (Bild: Keystone)
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat den Abstimmungskampf um die biometrischen Pässe eröffnet (20 Minuten Online berichtete) und dabei auch das umstrittene Thema der biometrischen Identitätskarten angesprochen. Es sei offen, ob es dereinst neben einer ID mit Chip auch eine Version ohne biometrische Daten gebe.
Abstimmung über biometrische AusweiseAm 17. Mai stimmt das Schweizer Volk über die Einführung von biometrischen Ausweisen ab, die im Rahmen des Schengen-Abkommens nötig wird. Ab dem 1. März 2010 darf die Schweiz nur noch Pässe ausstellen, die auf einem Chip neben den Personalien und dem Gesichtsfoto auch zwei Fingerabdrücke gespeichert haben. Bei den Identitätskarten erhält der Bundesrat die Kompetenz, diese ebenfalls mit einem solchen Chip auszustatten. Zudem sollen die Ausweisdaten in einer zentralen Datenbank gespeichert werden, um Fälschungen zu verhindern.
Die Gegner aus linken und rechten Parteien kritisieren die zentrale Datenspeicherung und die mögliche biometrische Identitätskarte, was beides vom Schengen-Recht nicht verlangt wird. Bedenken äussern einige Politiker auch bezüglich Sicherheit der Chips vor Hackerangriffen. Der Bundesrat argumentiert, dass der biometrische Ausweis in Zukunft nötig sein wird für Reisen in die USA und die Schengen-Staaten. Die zentrale Datenbank ermögliche einen wirksamen Schutz gegen Fälschungen. (mdr)
Gegner kritisieren biometrische Identitätskarte
Bei den Gegnern der Vorlage, über die das Stimmvolk am 17. Mai abstimmt, ist die Frage der biometrischen Identitätskarte zentral. «Wir wollen, dass es weiterhin eine ID mit und eine ohne Chip gibt», sagt SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger OberholzerDas Parlament
Susanne Leutenegger Oberholzer
SP, BL
auf MerklisteDetails (BL) vom gegnerischen Komitee der Linksparteien. Für sie erlaubt die Vorlage in der jetzigen Form nur eine Interpretation: «Ich lese die Botschaft so, dass es in Zukunft nur noch eine Identitätskarte mit Chip geben wird.»
Bei den Gegnern aus SVP und FDP, die ein eigenes Komitee haben, ist die ID ebenfalls ein Grund für die ablehnende Haltung: «Die Freiheit der Bürger ist das Wichtigste», sagt SVP-Nationalrat Lukas ReimannDas Parlament
Lukas Reimann
SVP, SG
auf MerklisteDetails (SG). Diese sei aber nicht mehr gegeben, wenn man nicht zwischen ID mit oder ohne Chip wählen könne.
Nationalrat wollte chipfreie ID vorschreiben
Die Frage der Identitätskarte sorgte schon in den parlamentarischen Beratungen für Diskussionen. In der ursprünglichen Botschaft rechnete der Bundesrat noch damit, dass «in absehbarer Zeit ein Projekt zur Einführung biometrischer
Daten in der Schweizer Identitätskarte gestartet werden muss» — da die EU dies bereits empfehle. Doch der Nationalrat wollte das nicht. Bei der Diskussion der Vorlage 2008 wollte er anfangs im Gesetz festschreiben, dass der Bund eine ID ohne Chip herausgeben muss. Der Ständerat wollte dies in der Kompetenz des Bundesrats belassen, worauf der Nationalrat nachgab (20 Minuten Online berichtete). Grund für das Umschwenken war damals, dass die Verwaltung der Kommission ausdrücklich zugesichert hat, «dass man in der Schweiz auch weiterhin Identitätskarten im Kreditkartenformat beziehen kann», wie im Juni 2008 der Kommissionssprecher und Walliser CVP-Nationalrat Roberto Schmidt sagte.
Vorerst ändert sich bei der Identitätskarte nichts
Vorerst will der Bundesrat keine biometrische Identitätskarte einführen, betont Guido Balmer, Sprecher des Justizdepartements. Das sei auch in der Ausweisverordnung klar so vorgesehen, die der Bundesrat im letzten Juni verabschiedet hatte. «Derzeit gibt es keine Notwendigkeit für eine Identitätskarte mit Chip», sagt Balmer. Es gebe bei der EU keine Absicht, eine verbindliche Regelung zu erlassen — welche die Schweiz aus Rücksicht auf Schengen übernehmen müsste.
Dass der Bundesrat trotzdem keine gesetzliche Pflicht für eine chiplose ID wollte, hat zwei Gründe: Zum einen könnten die Ausweise teurer werden, wenn zwei Arten von Identitätskarten ausgestellt werden müssen. Zum zweiten könnten die Schengenstaaten in Zukunft nur noch biometrische Identitätskarten zulassen, wodurch eine langwierige Gesetzesänderung nötig geworden wäre. «Der Bundesrat hat die Kompetenz, aber keine Notwendigkeit, Identitätskarten mit Chip einzuführen», sagt Balmer. Deshalb werde sich am 1. März 2010, wenn der Bund nur noch biometrische Pässe ausgebe, bei der ID nichts ändern.
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Alle 180 Kommentare





























chip?
haben die linken!? frau schlumpf den chip nicht schon eingepflanzt!auf der bahnfahrt nach bern!den bei meinem pudeli hat der doktor gesagt morgen gehts im besser !was kann man der frau noch glauben ?
zunge !
man kann alles veraetzen! von grau bis blau die zunge würde eher graulich.daher passen zu bundesbern!
Unglaublich !!!
Wollen wir einen 2.Hitler? Warum lassen wir unsere Freiheit von Menschen freiwillig chipen (berauben) wo wir gar nicht kennen. Dies ist der Anfang von neuen Sicherheiten die uns auferlegt werden. Für was haben unsere Vorfahren um die Freiheit gekämpft? Lernen wir nichts aus der Vergangenheit !!!