Staatsbesuch

09. September 2010 17:50; Akt: 09.09.2010 18:07 Print

Wulff und Leuthard an der UniWulff und Leuthard an der Uni

Bildungsabschlüsse müssen vergleichbar werden. Darin waren sich Doris Leuthard und Christian Wulff an einem Podiumsgespräch in der Universität Zürich einig.

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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff (Mitte) und Bundespräsidentin Doris Leuthard im Gespräch mit Studenten an der Uni Zürich. Gruppenbild an der Uni: Bettina Wulff, der deutsche Bundespräsident Christian Wulff, Prorektor Otfried Jarren, Bundespräsidentin Doris Leuthard und ihr Ehemann Roland Hausin. Bettina und Christian Wulff. Besichtigung von Sonnenkollektoren an der ETH Lausanne am 9. September 2010. Bei strahlendem Wetter ist auf dem Bundesplatz in Bern alles bereit für den Empfang des deutschen Staatspräsidenten Christian Wulff (8. September 2010). Wulff wird mit militärischen Ehren empfangen. Die Ehrenformation bilden 80 Panzerrekruten aus Thun. Wulff nahm sich auch Zeit, den Zuschauern die Hände zu schütteln. Gekommen waren auch viele Deutsche. Vor dem grossen Empfang musste der rote Teppich noch gesaugt werden. Und auch Armeechef André Blattmann beobachtete aus dem Bundeshaus die Szenerie. Nach dem Abschreiten der Ehrengarde empfängt der Gesamtbundesrat Wulff im Bundeshaus, wo die beiden Staatsoberhäupter eine Rede hielten. Die Schweiz sei ein enorm wichtiger Partner für Deutschland, sagte der deutsche Staatspräsident Wulff in seiner Rede im Bundeshaus. Bundespräsidentin Doris Leuthard lobt ebenfalls die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Gemeinsam könne man viel erreichen. Nach den Reden gabs ein Glas Wein, bevor die Gespräche zwischen Wulff und einer Delegation des Bundesrats begannen. Der Steuerstreit steht offenbar unmittelbar vor einer Lösung, liessen der deutsche Staatspräsident Christian Wulff und Bundespräsidentin Doris Leuthard an einer Medienkonferenz nach den Gesprächen durchblicken. Dafür gibt es beim Fluglärmstreit noch grosse Hindernisse. Angereist waren Wulff und seine Frau Bettina (rechts) am Mittwochmittag mit einem Regierungsflugzeug aus Berlin. Im Bild spricht Wulff mit mitreisenden Journalisten. Am Flughafen Zürich-Kloten landete der deutsche Staatspräsident unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Das Wetter auf dem Flughafen spielte nicht mehr: Bei der Ankunft Wulffs regnete es. Empfangen wurde Wulff und seine Frau von der Bundespräsidentin Doris Leuthard. Von Zürich-Kloten ging die Reise mit dem Sonderzug nach Kehrsatz bei Bern. Im Speisewagen wurde ein Mittagessen serviert. In Kehrsatz folgte ein zweiter Empfang, bei dem auch Schulkinder ein Ständchen hielten. Die deutschen Gäste fuhren von Kehrsatz in Limousinen ins Zentrum von Bern, wo Wulff im Hotel Bellevue logiert.

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Bundespräsidentin Doris Leuthard und der deutsche Bundespräsident Christian Wulff diskutierten am Donnerstagnachmittag zum Abschluss des deutschen Staatsbesuchs über Bildung, Forschung und Innovation in einer globalen Welt. Lob bekam die Schweiz von Wulff für den stabilen Rahmen und die gute Finanzierung von Forschung und Lehre.

Die Schweiz habe auch sehr früh erkannt, dass sie sich als kleines Land nicht ausschliesslich auf den eigenen Forschungsnachwuchs verlassen könne. Deshalb weise sie heute eine grosse Offenheit auf. Dies gelte auch für die Herkunft der Studierenden und Professoren an den Hochschulen, sagte Wulff.

Leuthard doppelte nach: Die Kritik, es gebe zu viele Ausländer an den Hochschulen sei falsch. Die Schweiz brauche die besten Köpfe, die nationale Herkunft müsse zweitrangig sein.

Wulff plädiert für Interdisziplinarität

Wulff wünschte sich «aus persönlicher Sicht» mehr Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen. Dabei wollte er ausdrücklich die Geisteswissenschaften einbezogen sehen.

Mobilitätsprobleme und die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft liessen sich beispielsweise nicht allein naturwissenschaftlich lösen, sagte Wulff. Leuthard hatte vor allem mehr Nachwuchs und Anstrengung im technischen Bereich gefordert.

Für mehr Zusammenarbeit

Gleicher Meinung waren die beiden in der Frage verstärkter Zusammenarbeit. Dies biete sich an, weil die Bildungswesen beider Länder recht ähnlich seien. Wichtig sei dabei auch, dass Berufs- und Bildungsabschlüsse weltweit vergleichbar würden. Leuthard kündigte ein schweizerisch-deutsches Innovationsforum für 2011 an.

Die Podiumsdiskussion an der Universität Zürich war der letzte Programmpunkt der zweitägigen Staatsvisite des deutschen Bundespräsidenten. Am Morgen hatte er bereits die ETH Lausanne besucht.

(sda)