Studie

10. November 2009 17:23; Akt: 10.11.2009 17:28 Print

Gemeinden hinken beim E-Government hinterherGemeinden hinken beim E-Government hinterher

Der Ausbau des E-Government beim Bund, den Kantonen und den Gemeinden schreitet voran - allerdings mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Während die Kantone und der Bund ihre Angebote laufend ausbauen, geschah auf Gemeindeebene seit einem Jahr fast nichts mehr.

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Zu diesem Schluss kommt die am Dienstag veröffentlichte Studie «Verwaltung und E-Government 2009» des Forschungsinstituts gfs.bern. In Auftrag gegeben haben die Studie das Informatikstrategieorgan Bund sowie die Kantone. Teilgenommen haben 929 Gemeinden, 23 Kantone und 38 Bundesämter.

Die Studie fand in diesem Rahmen bereits zum zweiten Mal statt und sollte den Stand des E-Government auf allen drei staatlichen Ebenen im laufenden Jahr sowie dessen Entwicklung seit 2008 beschreiben.

Stillstand seit gut einem Jahr

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Informationsangebote und Online-Dienstleistungen der Gemeinden zwar auf einem «technisch recht aktuellen Stand» sind. Seit 2008 seien diese allerdings kaum ausgebaut worden, am wenigsten in kleineren, ländlichen Gemeinden.

Die meisten Gemeinden betrieben heute zwar eine eigene Webseite. In kleineren Gemeinden sei die Situation aber «unsystematisch», schreiben die Verfasser der Studie weiter. Oft fehle es dort an Personal, um das E-Government weiterzuentwickeln. So verfügten gerade mal zwei Prozent der Gemeinden mit unter 500 EinwohnerInnen über eine E-Government-Strategie. Die Forscher orten hier Nachholbedarf.

Kantone sind «Motoren»

Besser aufgestellt sind die Bundesbehörden. Die Mehrheit der Ämter haben ihr Angebot in den vergangenen zwölf Monaten erweitert und aktualisieren den Inhalt ihrer Webseite täglich.

Der «aktuelle Motor im Bereich E-Government» sind gemäss Studie aber die Kantone. Sie haben ihr Online-Angebot innert Jahresfrist «deutlich ausgebaut», dies vor allem in Sachen Steuererklärung. Ausgebaut haben die Kantone auch Angebote im Bereich Stipendienwesen sowie Fahrzeuge wie An- oder Abmeldungen oder Fragen im Zusammenhang mit Kontrollschildern.

Die meisten Angebote findet man auf den Webseiten von grossen, finanzkräftigen und urbanen Kantonen. Alle Kantone planen zudem einen weiteren Ausbau ihres E-Governments. Im Zentrum steht hier das E-Voting. Auch die elektronische Unterschrift möchten die Kantone endlich vorwärts treiben.

Trotz der Ausweitung der internen elektronischen Zusammenarbeit hat die Kooperation zwischen den Behörden für die Forscher noch immer Verbesserungspotenzial. Erhöht werden müsste auch die Sicherheit für den Nutzer, dass er sich auch tatsächlich auf einer offiziellen Verwaltungsseite befinde.

Die Kantone würden es ausserdem sehr begrüssen, wenn sich der Nutzer für bestimmte Angebote wie etwa die Bestellung einer Parkkarte oder eine Militärdienstverschiebung identifizieren müsste.

Zum Thema E-Government findet am 17. November in Bern ein Symposium statt. Eröffnet wird es von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.

(sda)