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Überraschende Wahl
18. Mai 2010 15:31; Akt: 18.05.2010 18:20 Print
Roger de Weck wird SRG-Generaldirektor
Bei der Wahl des neuen SRG-Generaldirektors hat es eine faustdicke Überraschung gegeben. Das Rennen machte der Publizist Roger de Weck. Die Mitte-Links-Parteien zeigten sich darüber erfreut, die SVP konsterniert.
Der neue Generaldirektor der SRG SSR idée suisse heisst Roger de Weck. Der 56-Jährige war Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» und danach der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit». Damit haben die SRG-Delegierten «Mister X» zum Nachfolger von Armin Walpen gewählt. In Medienberichten wurden der ehemalige SF-Chefredaktor und heutige FDP-Nationalrat Filippo LeuteneggerDas Parlament
Filippo Leutenegger
FDP, ZH
auf MerklisteDetails, Publigroupe-CEO Hans-Peter Rohner sowie eine namentlich nicht bekannte Person als aussichtsreichste Kandidaten herumgeboten.
Bei der «Tribune de Genève» fing er im Journalismus an, später schrieb er auch für «24 heures», «Die Weltwoche» und als Pariser Korrespondent für «Die Zeit». 1990 übernahm er die Leitung des «Zeit»-Wirtschaftsressorts in Hamburg. 1992 wurde er Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» und Mitglied der Konzernleitung der Tamedia. 1997 wechselte er als Chefredaktor zurück zur «Zeit». Seit 2001 ist er freier Publizist und arbeitet für Fernsehen, Radio und Presse im In- und Ausland. (sda)
«Ich freue mich auf die grosse Aufgabe, in die ich meine Erfahrungen aus unterschiedlichen Medien einbringen kann», sagt Roger de Weck. Führung sei für ihn die Fähigkeit zuzuhören, die verschiedenen Aspekte und Ansichten offen zu diskutieren, dann aber klar zu entscheiden und den Entscheid ohne Verzug umzusetzen.
Der unterlegene Kandidat Leutenegger äussert sich diplomatisch: «Ich respektiere den Entscheid vollumfänglich.» Der SRG-Verwaltungsrat habe die Kandidaten im Vorfeld intensiv und seriös geprüft. Als Medienpolitiker will sich Leutenegger, der immer wieder die SRG kritisiert hatte, nicht äussern. Er wünsche de Weck, den er lange und gut kenne, von Herzen viel Glück für seine Aufgabe.
«Ein Symbol der Idée Suisse»
Der SRG-Verwaltungsrat setze mit de Weck auf «ein Symbol für die Idée Suisse», sagt Medienwissenschafter Roger Blum. Als gebürtiger Romand mit Arbeitserfahrung bei Deutschschweizer Medien integriere de Weck alle Landesteile. Der 56-Jährige werde den Service Public verteidigen. So glaubt Roger Blum nicht, dass de Weck «Swissinfo» einstellen wird. Ebenso wenig werde der designierte SRG-Generaldirektor die italienischsprachigen Sender einfach streichen. «De Weck wird eher auf teure Sportsendungen verzichten», prognostiziert der Medienwissenschafter.
Überrascht von de Wecks Wahl zeigte sich Medienpionier Roger Schawinski. Vor kurzem sei er noch mit dem designierten SRG-Generaldirektor essen gewesen. Dabei habe dieser gesagt, ihn würde es reizen, nochmals ein neues Kapitel aufzuschlagen. «Das es der Posten des Generaldirektors sein würde, hätte ich nicht gedacht», so Schawinski und weiter: «Ich bin aber sehr froh, dass man einen Vollblutjournalisten und nicht einen wenig erfolgreichen Anzeigenverkäufer wie Hans-Peter Rohner gewählt hat.» De Weck habe sich nach seiner Zeitungskarriere in den letzten Jahre auch als freier Unternehmer, Publizist und Buchautor profiliert. Laut Schawinski gelangt mit de Weck ein Mann an die Spitze der SRG, der sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger für das Programm interessiere.
SP ist zufrieden - SVP sucht das Gespräch
Die SP reagiert erfreut, aber mit grosser Überraschung auf die Wahl des neuen SRG-Generaldirektors. «Das ist eine hervorragende Wahl», sagt SP-Nationalrat Hans-Jürg FehrDas Parlament
Hans-Jürg Fehr
SP, SH
auf MerklisteDetails. Mit de Weck sei ein Mann mit grosser publizistischer Erfahrung und Führungserfahrung in mehreren Verlagsunternehmen gewählt worden. «Das braucht es an der Spitze des grössten Medienunternehmens der Schweiz», so Fehr. Als Pluspunkt wertete der sozialdemokratische Medienpolitiker zudem, dass de Weck einer sei, der wisse, was Service public sei.
Ganz anders fällt die Reaktion der SVP aus. Die Partei zeigte sich irritiert über die Wahl de Wecks. «Die Gründe für diesen Entscheid sind für die SVP nicht nachvollziehbar. Mit de Weck wird eine stark ideologisch geprägte Person in dieses sensible und wichtige Amt gewählt», heisst es in einer Medienmitteilung. De Weck sei einer der profiliertesten Befürworter eines EU-Beitritts der Schweiz. Zudem bringe er seine Abneigung gegenüber der SVP bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Ausdruck. Die Partei will den neuen Generaldirektor deshalb nächstens zu einer Aussprache einladen.
Gar einen Skandal bezeichnete SVP-Nationalrat Hans FehrDas Parlament
Hans Fehr
SVP, ZH
auf MerklisteDetails die Wahl des 56-Jährigen. Der Geschäftsführer der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) sagt: «De Weck ist ein Euroturbo im Quadrat, der die Volksrechte als Volksabsolutismus verunglimpft. Eine sachliche ausgewogene Berichterstattung des Staatsradios und -fernsehens unter de Weck wird damit endgültig zur Illusion.»
FDP kritisiert fehlende Erfahrung
Ebenfalls kritisch beurteilt die FDP die Wahl de Wecks. Es sei überraschend, dass ein Publizist ohne unternehmerische Erfahrung gewählt worden sei, sagt FDP-Sprecher Noé Blancpain. Die SRG als grösstes Medienunternehmen der Schweiz stehe vor zwei grossen Herausforderungen. Einerseits müsse sie die Kosten in den Griff bekommen und andererseits durch den Zusammenschluss von Radio und Fernsehen neu ausgerichtet werden. «Hinsichtlich dieser Punkte muss hinter die Wahl de Wecks ein Fragezeichen gesetzt werden», sagt Blancpain.
Die Grünen äusserten sich «eher erleichtert» über die Wahl des langjährigen Publizisten. Generalsekretär Yann Golay sagte, der neue SRG-Generaldirektor sei eine offene Persönlichkeit, die weder besonders links, noch besonders rechts stehe. «Herr de Weck hat sich durch seine Unabhängigkeit einen Namen gemacht», so Golay. Der 56-Jährige sei daher die richtige Person, um die Unabhängigkeit der SRG zu gewährleisten.
Dies sieht man auch bei der CVP so. Parteisprecherin Marianne Binder sagte, die CVP sei über die Wahl de Wecks insofern erfreut, als das dieser als erklärter Kämpfer gegen die Polarisierung in der Schweiz bekannt sei. «Wir setzen grosse Hoffnungen in ihn, dass er die konstruktive Mittepolitik fördert», erklärt Binder.
(rn/mdr)
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Werden wir in Zukunft nun mit extrem Linker und EU-Schreier überschüttet werden? Dazu kommt, dass wir das Ganze noch bezahlen müssen. Die Manipulation ist wohl bereits Geplant.
Zu wenig Schweizer
Ausländer werden mehr Berücksichtigt als Schweizer - dazu er auch noch ein EU-Fan - kann mir schlecht vorstellen, dass das mit dem neuen Amt vertretbar ist - ausser er zieht sich politisch in den Hintergrund zurück.
EU-Turbo
Dass man einen EU-Turbo wählt, kann ich nur schwer nachvollziehen, wird doch die EU in einigen Jahren der Vergangenheit abgehören.