29. April 2008 18:53; Akt: 30.04.2008 11:15 Print

Schweiz soll Gasvertrag mit Iran annulierenSchweiz soll Gasvertrag mit Iran annulieren

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald Lauder, fordert von der Schweiz, den umstrittenen Gasvertrag mit dem Iran wieder aufzulösen. Das Thema soll morgen bei einem Höflichkeitsbesuch bei Bundespräsident Pascal Couchepin angesprochen werden.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Lauder betonte, er sei nicht hier, um Druck auszuüben. Er komme als ein Botschafter in die Schweiz. Auf Fragen von Journalisten sagte der WJC-Präsident, er wisse nicht, was passiere, wenn der Vertrag nicht aufgelöst wird: «Aber was immer passiert, es wird nicht gut sein.»

Lauder wiederholte auch seine Kritik an Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Es sei fraglich, weshalb die Aussenministerin persönlich für die Unterzeichnung des Vertrages mit dem Stromkonzern EGL in den Iran gereist sei. Ein Vertrag, der gemäss Lauder nicht habe sein müssen. Es gebe viele andere Länder, mit denen die Schweiz einen solchen hätte abschliessen können. «Wieso ist sie dorthin gereist?», fragte Lauder. Vielleicht werde das Geld, das die Schweiz dem Iran zahle, eines Tages für den Kauf von Waffen verwendet, um Israelis oder Amerikaner zu töten oder um Raketen für Atomwaffen zu beschaffen.

Auch der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds , Alfred Donath, erklärte erneut, dass die Schweiz mit dem Vertrag ein falsches Zeichen gesetzt habe. Donath hatte sich früher aber auch von der scharfen Kritik internationaler jüdischer Organisationen an der Schweiz distanziert.

Der Gasliefervertrag zwischen der Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL) und dem Iran war vergangenen 17. März im Beisein von Calmy-Rey in Teheran unterzeichnet worden. Der Vertrag wie auch der Kopftuchauftritt Calmy-Reys beim Empfang durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sind seither Gegenstand heftiger Kontroversen. Calmy-Rey hat die Kritik stets zurückgewiesen. Das EDA wollte sich am Dienstag nicht zu den Forderungen Lauders äussern.

Lauder, der Sohn der Kosmetikunternehmerin Estee Lauder, war bereits nach seiner Wahl im Januar 2007 zum Präsidenten des WJC vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund eingeladen worden. Er tritt zudem als Gastreferent an der Delegiertenversammlung des SIG in La Chaux-de-Fonds auf.

(dapd)