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Arbeitslosenversicherung
17. August 2010 11:39; Akt: 17.08.2010 12:47 Print
Höhere Beiträge der Top-Verdiener gefordert
«Mehr zahlen, für weniger Leistung» - mit diesem Slogan wollen die Gewerkschaften die Revision der Arbeitslosenversicherung (ALV) versenken, über die am 26. September abgestimmt wird.

Paul Rechsteiner, Präsident des Schweiz. Gewerkschaftsbundes (SGB).
Die 620 Millionen Franken, welche die Arbeitslosenversicherung durch den Abbau der Versicherungsleistungen spare, könnten problemlos auf andere Weise hereingeholt werden, sagte der Präsident des Schweiz. Gewerkschaftsbundes (SGB), Paul RechsteinerDas Parlament
Paul Rechsteiner
SP, SG
auf MerklisteDetails, am Dienstag vor den Medien in Bern.
Die Schweiz solle wie bei der AHV auch bei der ALV endlich auf den vollen Löhnen Beiträge erheben. Es gehe nicht an, dass ab
Überdurchschnittlich belastete Normalverdiener
Geht es nach Bundesrat und Parlament, sollen die Abzüge für Löhne bis
Im Vergleich zu Menschen mit einem Einkommen von unter
Während der Abzug bei Normalverdienern 2,2 Prozent des Lohnes ausmachen würde (hälftig getragen durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber), wären es bei Bundesrätin Doris Leuthard noch 1,01 Prozent. Bei Daniel Vasella soll sich die Abgabe gar nur noch auf 0,01 Prozent des Einkommens belaufen. Novartis und Vasella würden damit fast eine Million sparen.
Kein Automatismus für höhere Lohnabzüge
Es sei unverständlich, dass ausgerechnet die Krisenverursacher und Abzocker zu wenig an die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung beitragen würden, kritisierte Vania Aleva, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Unia.
Anders als es die Befürworter der Vorlage darstellten, sei es nicht so, dass der Bundesrat bei einem Volks-Nein einfach die Lohnabzüge auf 2,5 Prozent erhöhen müsse. Er könne den Beitrag wie vorgesehen auf 2,2 Prozent festsetzen und eine Vorlage unterbreiten, die volle Abzüge auch für Top-Verdiener vorsehe.
Ungerecht sei vor allem, dass von der ALV-Revision die Opfer der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen würden. Laut Rechsteiner würden rund
Betroffen wären laut dem Präsidenten des Kaufmännischen Verbandes Schweiz, Mario Fehr, auch die 20- bis 30-jährigen Erwerbstätigen. Er halte es für falsch, dass etwa eine arbeitslos gewordene 29-jährige Betriebswirtschafterin eine Arbeit als Kassierin annehmen müsse.
«Unausgewogen» und «unsolide»
Ausserdem entstünden für Schul- und Studienabsolventen grosse Sicherheitslücken, da sie nach einer Wartezeit von 6 Monaten nur noch Anspruch auf 90 Taggelder haben sollen. Junge Leute sollten nicht bestraft werden, sagte Fehr.
Dass Volkswirtschaftsministerin Leuthard angesichts des Leistungsabbaus die Vorlage als «ausgewogen» bezeichne, sei ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen, sagte Alleva.
Für Martin Flügel, Präsident von Travail.Suisse, ist es auch falsch, von einer «soliden und konjunkturresistenten» Finanzierungs- Vorlage zu sprechen. Das habe der Bundesrat bereits von der letzten Revision behauptet. Das Resultat sei ein Schuldenberg von 7 Milliarden Franken.
Die vorliegende Revision führe zudem bloss zu einer Verschiebung der Kosten. Wegen des Leistungsabbaus würden die Sozialhilfe-Kosten der Kantone und Gemeinden gemäss Angaben der kantonalen Sozialdirektorenkonferenz bis zu 236 Millionen Franken zunehmen, sagte Flügel.
(sda)


























