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Armeedoktrin
10. März 2010 23:53; Akt: 11.03.2010 00:08 Print
Pikett-WK: Idee stösst auf Kritik
von Gabi Schwegler - Armeechef André Blattmann überlegt sich, Schweizer Wehrmänner künftig nur noch in Notlagen in den WK zu schicken.

Schweizer Wehrmänner sollen nur noch in Notlagen in den WK. (keystone)
«Es wäre denkbar, dass man statt herkömmlicher Wiederholungskurse (WK) einen Pikett-WK macht», sagte Armeechef André Blattmann im gestern erschienenen Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Soldaten müssten beim Arbeitgeber sicherstellen, dass sie während dreier bestimmter Wochen pro Jahr in den Dienst abberufen werden könnten – wenn es die Sicherheitslage nötig mache. Damit die Soldaten trotzdem genügend gut ausgebildet bleiben würden, «müsste man die Grundausbildung verlängern und die Wehrmänner hie und da zu einer Übung aufbieten», so Blattmann. Wie die Umsetzung genau aussehen könnte, war bei der Armee nicht zu erfahren. «Es ist ein persönlicher Denkansatz von Armeechef Blattmann. Eine Kommentierung wäre verfrüht», sagte Armeesprecher Christian Burri.
Armeechef Blattmann.
Notwendigkeit akzeptiert
«Für Unternehmen bedeuten herkömmliche WKs nicht nur Lohnkosten, sondern vor allem auch den Verlust von Arbeitsleistung und Know-how während einer gewissen Zeit», so Thomas Daum, Direktor des Arbeitgeberverbands. «Weil die Wirtschaft aber grosses Interesse an der Sicherheit im Land hat, sind die WKs als Notwendigkeit akzeptiert.» Er persönlich habe zudem den Eindruck, dass die militärische Ausbildung in der Wirtschaft wieder an Wert gewinne.
Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) lehnt Blattmanns Ideen klar ab: «Eine Abkehr vom gegenwärtigen Modell würde die allgemeine Wehrpflicht und das Milizsystem direkt gefährden», so Präsident Hans Schatzmann. Unterstützung erhält die SOG von Schweizer Sicherheitspolitikern: «Solche unausgereiften Vorschläge gehören nicht in die Öffentlichkeit. Das verunsichert Wehrmänner, Offiziere und Politiker», so CVP-Nationalrat Pius Segmüller. Auch FDP-Nationalrat Peter MalamaDas Parlament
Peter Malama
FDP, BS
auf MerklisteDetails winkt ab: «Die Idee ist unbrauchbar, weil sie dem wirtschaftlichen Bedürfnis nach langfristiger Mitarbeiterplanung nicht gerecht wird.» Nur Chantal GalladéDas Parlament
Chantal Galladé
SP, ZH
auf MerklisteDetails, SP-Nationalrätin, findet den Ansatz gut: «Die Idee ist auf jeden Fall prüfenswert, weil sie der realen Bedrohungslage gerechter wird. Zudem müssten weniger Ersatzzahlungen wegen Lohnausfällen geleistet werden.»


























