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Härtere Strafen
08. September 2010 17:15; Akt: 08.09.2010 17:58 Print
Unausgegorene «Augenwischerei»
Professor Felix Bommer hält die vorgeschlagenen härteren Srafen bei Gewalt für einen Schnellschuss. Die behauptete Harmonisierung sei «Augenwischerei».
Unabhängig voneinander sollen der allgemeine und der besondere Teil des Strafrechts revidiert werden. Ein gravierender Fehler, sagt Strafrechtsexperte Felix Bommer, Professor an der Universität Luzern. «Zwischen den beiden Teilen gibt es einen Zusammenhang.»
Felix Bommer (Bild: Uni Luzern)
Strafrahmen für Delikte neu zu definieren, sei nicht möglich, wenn noch nicht klar sei, wie im allgemeinen Teil des Strafrechts die umstrittenen Geldstrafen neu gehandhabt, in welchem Umfang die kurzen Freiheitsstrafen wieder eingeführt werden und wie es mit der teilbedingten Freiheitsstrafe weiter gehen soll, sagte Bommer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.
Erst Ende Juni hatte der Bundesrat bekannt gegeben, die 2007 eingeführten Neuerungen im System der Strafen - insbesondere die umstrittenen bedingten Geldstrafen - weitgehend rückgängig machen zu wollen.
Die Vernehmlassung läuft bis Ende Oktober. Für Bommer stellt sich deshalb die Frage, «worauf der Bundesrat die neuen Strafrahmen abstellen will».
Verpasste Chancen
Abgesehen von dieser generellen Kritik stellt Bommer bei der «Harmonisierung der Strafrahmen» Fehler fest. So werde beispielsweise die Gelegenheit verpasst, «das Strafmass für fahrlässige Tötung und dasjenige der fahrlässigen schweren Körperverletzung unterschiedlich hoch anzusetzen».
Vorsätzliche schwere Körperverletzung bekomme neu eine Mindeststrafe von über zwei Jahren, während diejenige beim Totschlag ein Jahr betrage.
Bommer hält sich mit Kritik an der Revision nicht zurück. Dass gemäss Medienmitteilung des federführenden Bundesamtes für Justiz «mit der Harmonisierung der Strafrahmen ein differenziertes Instrumentarium zur Sanktionierung von Straftaten zur Verfügung gestellt» werden soll, sei «Augenwischerei», sagte der Strafrechtsexperte.
Denn nicht die Richter hätten höhere Strafrahmen gefordert, sondern die Politik. In der Praxis sei es schwer vorstellbar, dass ein langjähriger Richter «sein eingepegeltes Strafmass von einem Tag auf den anderen anpasst».
Schliesslich stelle sich auch die Frage, ob schwerere Strafen zu weniger Kriminalität führten. Die Erfahrung und die Statistik verneinten dies. Wichtiger sei die Furcht davor, erwischt zu werden, denn den Strafrahmen für das begangene Delikt kenne kaum jemand.
RoadCross hält an Initiative fest
Die Strassenopfer-Stiftung Roadcross begrüsst die geplante Harmonisierung der Strafrahmen. An ihrer Raser-Initiative hält sie jedoch fest. «Die Revision hat nicht viel mit unserer Initiative zu tun», sagte die Geschäftsführerin von Roadcross, Valesca Zaugg, auf Anfrage.
Die Initiative fordert, den Begriff «Raser» klar zu definieren. Auch sollen Raser deutlich härter bestraft werden als heutzutage. Die Initianten wollen, dass die Fahrzeuge von Rasern eingezogen werden und Ersttätern für mindestens fünf Jahre der Führerausweis entzogen wird.
(sda)
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Alle 162 Kommentare






























RASER....! --> und die Schleicher ??
Dieser Schritt hätte längst eingeführt werden sollen-Zudem spricht man hier immer nur von Rasern! Was ist mit den Schleichern auf den Strassen.Nicht die Leute die hinterem Lastwagen sparsam fahren wollen.Ich spreche genau diejenigen an,die auf der Überholspur die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit sinnlos und massiv unterschreitten. Eine solche Einstellung finde ich gefährlich,Die Folgen solcher erzieherischer Maßnahmen: Behinderungen,Unfälle (durch provozierende Überholmanöver),Staus, höhere Umweltbelastung,mehr Lärm und Zeitverlust durch Bremsen und Anfahren. und haufen Ärger!!
Beispiel USA
In teils Staaten kriegt man da für Vergewaltigung 80-90 Jahre Haft, wird nun nicht mehr vergewaltigt und gemordet?? Im Gegenteil, die Statistiken sind erschreckend. Wie wäre es mal mit einer ganz neuen Lösung? So bringt das glaube ich gar nix. Die Kriminalität, die Drogenabhängig und vorallem die Jugend, lässt sich am Zustand der Gesellschaft messen!
Unheimlich
Gesetzesverschärfungen, neue Verbote und höhere Strafen. Wo soll das noch hinführen? Wenn das so weitergeht leben wir bald in einem totalitären Polizeistaat. Das ist mein voller Ernst! Es wird endlich Zeit, dass Ihr aufwacht und euch wehrt gegen diese extremen Tendenzen.