Arrivederci Cisalpino!

25. September 2009 14:06; Akt: 25.09.2009 17:55 Print

Der Zug ging im Kloster zu NeigeDer Zug ging im Kloster zu Neige

von Adrian Müller - SBB-Chef Andreas Meyer und Trenitalia-Chef Mauro Moretti haben für die neue Zusammenarbeit vor der Auflösung von Cisalpino im Kloster gebetet. Dies verkündete Meyer an der Pressekonferenz. «Cisalpino war ein Marketingprodukt», sagte sein Amtskollege Moretti offen.

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Cisalpino ist tot, es lebe die italienisch-schweizerische Freundschaft! SBB-Chef Andreas Meyer und sein italienischer Amtskollege Mauro Moretti traten heute in Zürich vor die Medien und verkündeten das Ende des gemeinsamen Tochterunternehmens Cisalpino.

In Zukunft wird der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien wieder direkt von den SBB und Trenitalia abgewickelt. Der entsprechende Vertrag war bereits früher im Kloste Assisi ausgehandelt worden. «Wir haben gemeinsam für den neuen Vertrag gebetet», sagte SBB-Chef Meyer. Wie sich nun zeige, habe sich das Gebet gelohnt: Die Übereinkunft sei heute Mittag in Zürich unterschrieben worden.

Wie es zum gemeinsamen Gebet im italienischen Kloster gekommen ist, führte der SBB-Chef nicht weiter aus. Augenscheinlich liegt ihm viel am Wohl von Trenitalia-Chef Moretti, denn er goss seinem Kollegen immer wieder und immer wieder Wasser nach und lächelte ihn freundlich an.

Cisalpino war ein Marketingprodukt

Während sich Meyer in Freundlichkeit übte, schenkte Moretti den anwesenden Medien reinen Wein ein: «Cisalpino war ein Marketingprodukt, das nebenbei noch mit ein paar Zügen fuhr», sagte er offen. Die Italiener waren aber offenbar immer zufrieden mit dem Angebot des Cisalpino. Kundenbefragungen hätten laut Moretti ergeben, dass 90 Prozent der Befragten das Cisalpino-Angebot gut fanden. «Das kann ich mir auch nicht recht erklären», resümierte der Trenitalia-Chef.

Cisalpino-Flotte wird aufgeteilt

Schon ab dem 13. Dezember 2009 soll die Strecke zwischen der Schweiz und Italien wieder in operativer Eigenständigkeit der beiden Unternehmen bedient werden. Die Flotte von Cisalpino wird aufgeteilt: Die italienische Gesellschaft soll fünf und die SBB vier Züge der alten Flotte erhalten. Die vierzehn neuen Cisalpino-Kompositionen werden hälftig aufgeteilt. Entlassungen soll es laut Communiqué der SBB nicht geben: Die 40 Mitarbeiter von Cisalpino werden ihren ihren jeweiligen Mutterunternehmen zugeteilt.

Qualitätsziele nicht erreicht

Wie es in der Pressemitteilung heisst, erfolge die Auflösung von Cisalpino, da man die qualitativen Ziele in dieser Form nicht erreicht habe. Trotz grossem Aufwand beider Seiten sei es Cisalpino nicht möglich gewesen, die notwendigen Verbesserungen -namentlich in der Qualität des Rollmaterials und der Pünktlichkeit- zu verbessern.

In Zukunft soll die operative Verantwortung für den Zugverkehr zwischen Italien und Schweiz an der Landesgrenze an die jeweilige Gesellschaft übergehen. Ob dies bedeutet, dass in Chiasso jeweils die ganze Besatzung inklusive Lokführer und Zugführer ausgetauscht wird, ist nicht klar geworden.

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  • Peter am 28.09.2009 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ursache und Wirkung vertauscht

    Erst wurde die eigentlich angenehme Nachtzugreise derart unattraktiv gemacht, bis die Nachfrage rückläufig wurde. Jetzt wird die Verbindung gekappt. Europa wächst zusammen...die Bahnen verschlafen es!

  • Simon am 28.09.2009 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nachtzug = Reisequalität

    Wenn ich mit dem Zug nach Italien reis(t)e, will ich am Abend in der Schweiz einsteigen und am Morgen ausgeruht in Rom sein! Nicht 9 Stunden in irgendwelchen Cisalpinos und Eurostars verbringen und dabei noch in Mailand und Florenz die Anschlusszüge verpassen.

  • Bernasconi Maria am 27.09.2009 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    an rob33

    Kein Wunder wurdest Du in Domodossola rausgeworfen... hat doch der Nachtzug nach Bologna-Roma schon seit einiger Zeit KEINE Sitzplätze mehr angebote (nur noch Liege- und Schlafwagen). Und das hat nun wirklich nichts mit Monopol zu tun. Nicht reklamieren sondern Bahn fahren!