
In winterlichem Klima begrüsste Couchepin den Staatsgast am Vormittag auf dem Flughafen Zürich-Kloten zusammen mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, Bundeskanzlerin Corina Casanova und der Vizepräsidentin des Zürcher Regierungsrats, Regine Aeppli. Die erste Station des Staatsbesuchs stand bereits mit einem für die Beziehung beider Länder prägenden Ereignis in Zusammenhang.
An der Zürcher ETH besichtigten die Delegationen eine ungarische Dankestafel von ehemaligen Studenten, die nach dem gescheiterten Ungarn-Aufstand 1956 gegen den Sowjetkommunismus als Flüchtlinge in die Schweiz gekommen waren. Solyom dankte dafür, dass die Schweiz damals tausende Ungarn aufgenommen hatte.
Militärische Ehren auf dem Bundesplatz
Am Nachmittag folgte der offizielle Akt auf dem Bundesplatz mit militärischen Ehren. Hunderte Schaulustige verfolgten den Empfang vor dem mit Fahnen festlich geschmückten Bundeshaus. Die Mitglieder des Bundesrats begrüssten den Präsidenten zusammen mit ihren Gattinnen und Gatten. Solyom mischte sich auch noch kurz unters Volk und begrüsste persönlich einige Zuschauer, die die Zeremonie dem kalten Wetter zum Trotz mitverfolgten.
Bei den anschliessenden Ansprachen im Berner Rathaus würdigte Couchepin die sehr guten Beziehungen beider Länder. Er erlebe Ungarn als eine dynamische Nation mit einem starken Willen zum Fortschritt, sagte er gemäss Redetext. Mit dem EU-Beitritt 2004 habe das Land den ihm zustehenden Platz im Herzen Europas gefunden.
Beziehungen trotz Krise vertiefen
Der Besuch des Präsidenten solle dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen zu erneuern und zu beleben. Solyom entgegnete, er sei angesichts der dynamischen Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen optimistisch für die Zukunft der bilateralen Beziehungen. Daran sollen auch die aktuellen Probleme des von der Finanzkrise stark gebeutelten Ungarn nichts ändern. Solyom verwies auf die Hilfsaktion der internationalen Gemeinschaft, die das Vertrauen zurückbringen sollten.
Am Freitag wird Bundespräsident Couchepin mit den ungarischen Gästen in seinen Heimatkanton Wallis und in den Kanton Genf reisen. In Martinach besuchen sie eine Balthus-Ausstellung in der Fondation Pierre Gianadda. Auch der Besuch einer Kellerei steht auf dem Programm. Am Nachmittag ist dann ein Besuch der Fondation Martin Bodmer in Cologny vorgesehen. Der letzte Staatsbesuch aus Ungarn geht auf das Jahr 1997 zurück, als Präsident Arpad Göncz auf Einladung vom damaligen Bundespräsidenten Arnold Koller die Schweiz besuchte.
(ddp)|
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