Steuerstreit

28. Oktober 2008 23:30; Akt: 28.10.2008 23:36 Print

Steinbrück droht mit Schikanen an der GrenzeSteinbrück droht mit Schikanen an der Grenze

von Nico Menzato - Wenn die Schweiz im Steuerstreit nicht nachgibt, will der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück die Banken ausspionieren und die Schweizer schikanieren. Bundesrat Moritz Leuenberger wundert dies nicht.

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Er fordere von der Schweiz, dass sie beim Verdacht auf Steuerhinterziehung die deutschen Behörden rechtzeitig und aktiv informieren würde, bekräftigte Peer Steinbrück in der ARD-Talkshow «Beckmann». Er bezeichnete das Schweizer Steuerregime als Angriff auf die Souveränität Deutschlands und drohte: Kooperiere die Schweiz nicht, dann müsse man sich wie im Fall Liechtenstein überlegen, wie man «den Geschäftsverkehr belasten» könne – im Steuerrecht, in der Finanzmarktaufsicht und im Zollrecht. Konkret bedeutet dies einerseits, dass der deutsche Finanzminister über einen Spio­nage-Angriff auf Schweizer Banken nachdenkt.

In Liechtenstein hat Deutschland die Daten von gegen 100  000 ausländischen Bankkunden gekauft. Andererseits droht Steinbrück via Zollrecht die Schweizer zu schikanieren und die hiesige Wirtschaft zu torpedieren. Wie das geht, ist bekannt: Im Frühling 2004 hatte eine unangekündigte Verschärfung der Grenzkontrollen zu kilometerlangen Staus geführt.

Weder das Aussen­departement noch das Volkswirtschaftsdepartement wollte gestern Stellung nehmen. Bei Politikern sorgt die neuerliche Attacke für Unverständnis, die SVP sieht gar Parallelen zu Nazi-Deutschland. Auch der Bundesrat hatte das Vorpreschen bereits als «inhaltlich und formal inakzeptabel» verurteilt. Nicht so Moritz Leuenberger: Wenn Parteien nach dem Zuckerbrot der Grossbanken gesteuert würden, so der SP-Bundesrat in seinem Blog, «müssten wir uns nicht wundern, wenn andernorts nach der Peitsche gegen unsere Politik gerufen wird – so deplatziert der Ausdruck auch ist».


Meinungen von Schweizer Politikern

Gerold Bührer (FDP)
Die Ausdrucksweise ist einmal mehr eines Ministers unwürdig und es wirft ein schiefes Licht auf Steinbrücks mangelnde Dossierkenntnis. Mit Drohungen ohne sachliche Substanz erreicht er keinen Dialog.

Ursula WyssDas ParlamentUrsula Wyss
SP, BE
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(SP)

Die Aussagen von Peer Steinbrück bedeuten für mich nichts anderes, als dass Deutschland auch in der Schweiz die Daten von ausländischen Bankkunden beschaffen will. Die Situation ist ernst.

Christoph MörgeliDas ParlamentChristoph Mörgeli
SVP, ZH
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(SVP)

Steinbrücks Drohung erinnert an 1934, als die Nazis bei der Einführung des Bankkundengeheimnisses mas­sive Drohungen gegen die Schweiz ausstiessen und den Kapitalexport ­unter hohe Strafen stellten. Heute will Herr Steinbrück wie 1934 den ­«Geschäftsverkehr zur Schweiz ­belasten». Was wird dieser Mann wohl in fünf Jahren tun?

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  • Tomas Alexander Hartmann am 18.03.2009 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Steinbrücks Großdeutsche Reichsrhetorik

    Die Staatsschuld von Deutschland pro Einwohner liegt mittlerweile bei 18.224 , die Staatsschuld der USA pro Einwohner beträgt mittlerweile 136.675 , ein Betrag der ohne Krieg oder staatlicher Wirtschaftskriminalität nie wieder zu tilgen ist.

  • wezama am 04.11.2008 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Retten was noch zu retten ist!!

    Ja ja Hr. Steinbrück. Retten was noch zu retten ist. Dabei sind ihnen sämtliche Mittel gut genug. Rethorik hin oder her. Aber vielleicht sollten sie mal dort anfangen wo diese Probleme herkommen. In Ihrem Haushalt!

    • The Q am 12.02.2010 23:48 Report Diesen Beitrag melden

      Ahhhh...

      Jetzt ists mir klar.... Mr. wezema... ich denke du hast ein anderes problem....

    einklappen einklappen
  • Deutscher in der Schweiz am 31.10.2008 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Steinbück

    Liebe Schweizer, nicht aufregen, (nicht nur) für diese Aussage wird Herr Steinbrück bei den nächsten Wahlen in Deutschland die Quittung bekommen! Wenn ich mir die Deutsche Presselandschaft ansehe, kommt er da nach den dummen Angriffen auf die Schweiz auch nicht gut weg.