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Shooterplanet.de
06. April 2009 22:31; Akt: 06.04.2009 22:43 Print
Killerspiel-Anbieter flieht in die Schweiz
In Deutschland wurde eine Website für Killer-Games verboten. Nun wird sie von der Schweiz aus betrieben – mit unzensiertem Inhalt. Politiker sind entsetzt.
Der deutsche Jugendschutz schob Shooterplanet.de, das tausende brutaler Killer-Games zum Download
anbietet, den Riegel: Da Kinder freien Zugriff auf Bilder und Videos mit grausamen und blutigen Gewaltszenen hätten, hat er die Seite kürzlich sperren lassen. Das Portal könne eine «verstörende und traumatisierende Wirkung» auf Kinder haben, schrieben die deutschen Behörden an Torsten H., den Administrator der Site. Dieser hat nun aber einen Ausweg gefunden: Er hat das Portal laut «Aargauer Zeitung» auf einen Schweizer Server verlegt, um das strengere deutsche Jugendschutzgesetz zu umgehen. Seit dem Umzug funktioniere alles wieder «ohne jegliche Zensur», sagt Torsten H. und dankt der Schweizer Regierung höhnisch für das lasche Gesetz. Hierzulande gibt es auf Bundesebene keinen gesetzlichen Jugendschutz in diesem Bereich (siehe Box).
Eine Szene aus «Dead Space», einem der umstrittenen Killer-Games.
Legal – ausser «Brutalo-Artikel» ist verletzt
In der Schweiz ist die Gewaltdarstellung nach Artikel 135 im Strafgesetzbuch geregelt. Einen expliziten Jugendschutz gibt es darin nicht. Laut Bundesamt für Polizei sind die Spiele in der Schweiz also legal, bis ein Gericht einen Verstoss gegen den «Brutalo-Artikel» festgestellt hat. Dies will das Parlament mit der «Motion Schweiger» ändern, die derzeit beim Bundesrat liegt. In Deutschland werden Gewaltdarstellungen wegen eines Jugendmedienschutz-Staatsvertrags restriktiver gehandhabt.
Doris FialaDas Parlament
Doris Fiala
FDP, ZH
auf MerklisteDetails (FDP, ZH) ist schockiert über die Seite und will die Gesetzeslücke schliessen. «Kinder dürfen nicht so leicht an solche Games rankommen», sagt die Nationalrätin. «Amokläufe wie jener in Winnenden sollten ein Alarmsignal sein.» Der Berner SP-Grossrat Roland Näf fragt sich, wann der blutrünstigen Schlächterei am Bildschirm Grenzen gesetzt würden. «Die Schweiz wird zur Oase für Killerspiele», warnt Näf, der für ein Verbot der Spiele kämpft.
daw

























