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21. Juni 2007 09:02; Akt: 21.06.2007 13:46 Print
Gewittersturm fegte über die Schweiz
Innert Minuten verdunkelte sich der Himmel. Die Welt schien den Atem anzuhalten und dann öffnete der Himmel auf einen Schlag seine Schleusen: Regen prasselte auf Häuser und Strassen. Bahnstrecken sind unterbrochen, Bäume wurden umgerissen Strassen und Keller überschwemmt. Auf dem Flughafen Zürich stand zwischenzeitlich alles still. Für 57 Flugpassagiere endete die Reise nach Zürich in Deutschland.
Das rasant über Zürich hinwegziehende Gewitter hat am Donnerstagvormittag zu einer Störung des SBB-Betriebs am linken Zürichseeufer geführt. Mehrere Meldungen über umgestürzte Bäume gingen bei der Stadt- und Kantonspolizei ein.
Wassermassen drücken aus der Kanalisation unter der Rosengartenstrasse in Zürich. (Bild: Mobile-Reporter Sven Jasper.)
In Fraubrunnen steht die Möbelfabrik unter Wasser. (Bild: Mobile-Reporter M. Kuoni).
Wassereinbruch im neuen unterirdischen Hörsaal der Uni Zürich. (Bild: Mobile-Reporter).
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Die Stellwerk-Störung in Horgen sei aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Gewitter zurückzuführen, sagte SBB-Sprecher Roland Binz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Panne führte zu Verspätungen von rund 20 Minuten zwischen Pfäffikon SZ und Thalwil ZH.
Der Regen hatte noch nicht aufgehört, da gingen bei der Polizei schon erste Meldungen über Gewitterschäden ein. Sie betrafen vor allem umgestürzte Bäume und abgerissene Äste. Meldungen über Verletzte lagen zumindest vorerst keine vor.
Laut Kapo-Sprecher Martin Sorg blockierte ein Baum vorübergehendeine Fahrbahn und den Pannenstreifen auf der A1 bei Winterthur in Richtung St. Gallen. Und laut Stapo-Sprecher Erich Maag wurden in der Stadt Zürich Isolierplatten und Ziegel von Dächern gefegt. Die Achse Wädenswil – Sihlbrugg wurde im Bereich Hirzel durch eine Tanne beeinträchtigt, welche quer über die Fahrbahn gekippt war, meldete die Kantonspolizei Zürich. Der Verkehr auf der A4 im Bereich Trüllikon wurde vorübergehend wegen Wasserüberflutung behindert.
Schnell gekommen, schnell vorbei
Kurz vor halb zehn Uhr hatte die über die Schweiz ziehende Gewitterfront den Kanton Zürich erreicht. Vom Limmattal zog es über die Stadt Zürich und dann weiter den See hinauf.
Flughafen lahm gelegt
Auf dem Flughafen Zürich stand während rund 35 Minuten alles still. Wegen der Gewitter konnten die Flugzeuge weder abfliegen noch landen, hiess es bei der Flughafenbetreiberin Unique auf Anfrage. Betroffen waren rund 25 abflugbereite Flieger. Sie mussten vorübergehend am Boden bleiben. Auch landen war nicht möglich. Sechs Flieger im Anflug auf Zürich befanden sich in der Warteschleife. Zwei Flieger mit Destination Zürich mussten in Stuttgart landen. Es handelte sich um eine Maschine der Lufthansa mit 57 Passagieren. Die Maschine musste in Stuttgart bleiben. Ein Flugzeug der British Airways mit 99 Passagieren, das ebenfalls nach Stuttgart umgeleitet werden musste, befindet sich mittlerweile wieder auf dem Weg nach Zürich. Das Start- und Landeverbot galt von 9.35 Uhr bis 10 Uhr. Es entstanden Verspätungen von 30 bis 45 Minuten.
«Das ist jetzt sehr heftig»
Sabine Marbet, Meteorologin von MeteoNews sagte auf Anfrage von 20minuten.ch, sie habe noch nie ein Gewitter derartiger Heftigkeit erlebt. Die Gewitterstörung ziehe seit dem Morgen von West nach Ost quer übers Mittelland. «Zürich ist erreicht, nun zieht das Gewitter weiter Richtung Ostschweiz und in die Bodenseeregion», sagt Marbet. Lokal werde mit ausserordentlichen Niederschlagsmengen gerechnet. In Bern wurden 25 Liter in einer Stunde gemessen, es gab Windböen von über 100 Kilometern pro Stunde. «Es ist nicht nur Regen sondern auch Hagel. Die Niederschlagsmengen werden zu Problemen führen», sagt Marbet.
Bahnlinie Bern - Freiburg unterbrochen
Zum Totalunterbruch auf der SBB-Strecke Lausanne-Bern kam es am Morgen um 08.30 Uhr zwischen Flamatt und Schmitten im Kanton Freiburg. Gründe waren eine heruntergerissene Fahrleitung und ein umgestürzter Baum. Laut SBB hat dies zahlreiche Umleitungen und Verspätungen zur Folge. Die Zugreisenden im Fernverkehr wurden aufgefordert, auf die Jurasüdfusslinie auszuweichen. Im Regionalverkehr wurden Busse eingesetzt. Wann die betroffene Strecke wieder in Betrieb genommen werden kann, ist laut SBB vorerst offen.
Auf der BLS-Linie Bern-Neuenburg sorgte zu gleicher Zeit ein Erdrutsch zwischen Rosshäusern (BE) und Gümmenen (BE) für einen Totalunterbruch und grosse Verspätungen. In Ins (BE) standen zudem Geleise unter Wasser, so dass nur die langsame Fahrt auf Sicht möglich war. Die Reisenden wurden aufgefordert, über Biel auszuweichen. Auf der BLS-Linie im Emmental legte ein Stromausfall am Morgen die Strecke Burgdorf-Langnau lahm. Die Strecke Burgdorf-Hasle war Mitte Vormittag wieder in Betrieb, die Strecke Hasle-Langnau war vorerst noch gestört.
Auf der Autobahn A12 bei Flamatt FR ist der Verkehr gemäss TCS- Verkehrsinformation wegen Hochwassers behindert.
Baselland: Stromausfall nach Blitzeinschlag
Wegen eines Blitzeinschlags am Donnerstagmorgen ist im Versorgungsgebiet der Elektra Baselland (EBL) für rund eine Stunde der Strom ausgefallen. Betroffen waren Nusshof, Rickenbach, und Wintersingen sowie Teile von Buus und Maisprach.
Eingeschlagen hatte der Blitz nach Angaben der EBL um 7.54 Uhr in eine Freileitungsstange in Wintersingen. Im Gegensatz zu andern Landesteilen verlief das Gewitter vom Donnerstagmorgen im Baselbiet glimpflich. Laut einem Polizeisprecher mussten die Feuerwehren nur in Bubendorf und Liestal wegen überschwemmter Keller ausrücken.
Rapperswil-Jona: 40 Feuerwehreinsätze
Das heftige Gewitter vom Mittwochabend hat in Rapperswil-Jona zur Überflutung zahlreicher Keller geführt. Die Feuerwehren standen an gut 40 Orten im Einsatz, um Wasser aus Liegenschaften abzupumpen, wie Kantonspolizeisprecher Hans Peter Eugster am Donnerstag auf Anfrage erklärte.
Kanton Luzern: 200 Notrufe
Die heftige Gewitterfront hat auch im Kanton Luzern Spuren hinterlassen. Gebiete um Willisau, Sursee und im Seetal wurden auch von Hagel heimgesucht. Zahlreiche Feuerwehren sind im Einsatz, vereinzelte Strassen wurden gesperrt.
Während des Unwetters verzeichnete die Polizei laut einer Mitteilung innert einer Stunde rund 200 Notrufe. Verletzt wurde niemand. Jedoch traten zahlreiche Bäche über die Ufer und überfluteten Strassen und Keller. Die Höhe der Schäden lässt sich laut der Polizei noch nicht abschätzen.
Die Sturmwinde knickten auch zahlreiche Bäume um. Unter anderem wurde der Verkehr auf der A2 beeinträchtigt: Bei Knutwil musste der Verkehr wegen umgestürzten Bäumen einstreifig geführt werden. Zwischen Beromünster und Reinach und zwischen Schwarzenbach und Mosen sind Strassen gesperrt.
Bewegte Bilder aus Zürich
(SDA/AP/thi/meg/jcg)
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Alle 79 Kommentare




























@ Tom-atos fragwürdiges Fazit
Lieber Tom , da viele der Rot-Grünen ihre Löhne nicht wirklich verdienen , ist das Eigenlob eine Entschuldigung des schlechten Gewissens für die hohle Hand hinter dem Rücken .
Alle Knochen schmerzen
Habe seit gestern Vormittag über 20 Stunden Schlamm weggeschaufelt und immer ist noch nicht alles weggeräumt , das Wiederherstellen von Wegen Feldern Uferbefestigung und Holzerarbeiten wird mich noch lange Zeit in Anspruch nehmen . Dank der Hilfe von Nachbarn geht alles viel leichter Danke viel mal
Die Natur schlägt zurück
Was ja auch spannend ist. Doch auf Dauer wird es für uns sehr teuer stehen, siehe z. B. New Orleans. Wie lange wird noch dauern, bis wir hier Wirbelstürme erleben werde???