Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Steueraffäre
03. Februar 2010 11:27; Akt: 03.02.2010 14:28 Print
Bundesgericht sagt: Datenklau ist o.k.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen: Auch die Schweiz hat schon gestohlene Daten verwendet, um Steuersünder zur Rechenschaft zu ziehen – mit dem Segen des Bundesgerichts.

Datenklau ist auch für die Schweizer Justiz nicht illegal. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
-
Datenklau: «Es geht hier nicht um Steuerwettbewerb»
-
Datenklau: Von Gangstern, Betrügern und Altlasten
-
Datenklau: Keine Hehlerei mit gestohlenen Daten
-
Datenklau: «Keinen Kampf führen, der schon verloren ist»
-
Deutsche Steuersünder: «Schweizer Banken bunkern quasi Diebesgut»
- Was meinen Sie?
-
Wären Sie deutscher Finanzminister: Würden Sie die gestohlenen Bankdaten kaufen?
In der hitzigen Diskussion über die Frage, ob es legitim sei, dass Deutschland kriminell erworbene Daten für Verfahren gegen Steuerbetrüger einsetzen will, ist etwas vergessen gegangen: Auch das Schweizer Bundesgericht erachtet gestohlene Daten bei Verfahren gegen Steuerhinterziehung als zulässig, wie die «Süddeutsche Zeitung» in der heutigen Ausgabe in Erinnerung ruft.
Im Jahr 2000 stahlen ehemalige Mitarbeiter des Liechtensteiner Treuhänders Herbert Baltliner Daten über Steuersünder, deren Geld Haltliner betreute, und spielten die Informationen den deutschen Behörden zu. Auf der CD waren auch Daten von schweizerischen Steuerbetrügern aufgezeichnet.
Bundesgericht sagte: Doch, das geht
Die Deutschen Behörden leiteten die Informationen weiter, in der Schweiz eröffneten darauf die betroffenen Kantone und Verfahren gegen die betreffenden Personen ein. Meist endeten die Verfahren mit einem Vergleich, wie die NZZ im vergangenen November berichtete.
Ein Angeklagter jedoch zog das Urteil bis ans Bundesgericht weiter. Seine Begründung: Am Anfang der Datenbeschaffung stand ein Diebstahl. Deshalb dürften die Beweise nicht verwertet werden. Am 2. Oktober 2007 entschied das höchste Gericht der Schweiz: Doch, das geht. Auch gestohlene Daten dürfen in Verfahren in Steuerfragen verwendet werden.
Bundesrat sucht Entscheidung
Fraglich ist, ob das Bundesgericht auch zugestimmt hätte, wenn die Daten nicht einem Treuhänder, sondern einer Bank gestohlen worden wären. Die Banken sind durch das Bankgeheimnis besonders geschützt.
Das Urteil der höchsten Richter ist gemäss der NZZ für den Bundesrat nicht bindend - doch es könnte ihm zu denken geben, wenn es darum geht, ob die Schweiz im Falle der gestohlenen Daten Amtshilfe leisten will. Just über diese Frage berät der Bundesrat in diesen Stunden an seiner wöchentlichen Sitzung. Ob er bereits heute zu einem Entschluss kommt, ist ungewiss.
(job/sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 503 Kommentare




























Solidarisiert Euch nicht mit Egoisten
Schon etwas auffallend: Die Schweizer Bevölkerung solidarisiert sich via `Bankgeheimnis` mit Egoisten, die keine Steuern zahlen wollen. Aus Belgien, Holland oder Frankreich betrachtet, um Deutschland mal aussen vor zu lassen, senken sich die Eidgenossen auf das Niveau von rücksichtslosen Menschen, die Krankhäuser, Strassen und Schulen in Anspruch nehmen, ihren Teil dazu aber nicht beitragen wollen. Das Ansehen sinkt und sinkt und die aberwitzige Diskussion in der Schweiz geht weiter. Wie wird das wohl ausgehen? Die Schweiz unterstützt Egoisten und Betrüger - uns das wirklich bewusst?
absolut pleite
deutschland ist pleite, naja zumindest inoffiziell, die paar kröten die nun in der aktuellen lage aus verschiedenen quellen herausgepresst werden sollen, sind nicht mehr als ein tropfen auf dem heißen stein
Irreführender Beitrag
Der Beitrag ist irreführend. 1. Die Daten wurden in Deutschland nicht zum Verkauf angeboten, sondern anonym zugespielt. 2. Die Daten wurden in einem Treuhandbüro entwendet 3. Treuhänder unterstehen nicht dem Bankgeheimnis. Hier greift das Geschäftsgeheimnis. 4. Das Bundesgericht musst den Fall unter AUSSCHLUSS des Bankgeheimnisses entscheiden. Im Netz gibt hiezu diverse Kommentare, unter anderem auch der BGer 2C.514/2007 ( Ein Bundesgerichtentscheide zum aktuellen Vorfall ist nicht vorhanden
das volk entscheidet
das bankgeheimnis der schweiz wird durch ein paar lobbyisten dank des volksentscheids in der schweiz nicht gebrochen werden, da werden sich wohl einige sehr schwarz ärgern