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29. November 2006 17:01; Akt: 29.11.2006 17:01 Print
Mehr Ökostrom vom Bauernhof
In der Schweiz könnten künftig rund 700 landwirtschaftliche Biogasanlagen fünf Prozent des einheimischen Strombedarfs decken. Damit aus der Zukunftsmusik Realität wird, wollen Bauern und Energiewirtschaft am selben Strick ziehen.
Damit aus der Zukunftsmusik Realität wird, wollen Bauern und Energiewirtschaft am selben Strick ziehen. Die BKW Energie AG hat sich mit der Genossenschaft Ökostrom Schweiz, dem Bernischen Bauernverband (Lobag) und dem Schweizerischen Bauernverband zusammen getan. Gemeinsam wollen die Organisationen die Produktion von Ökostrom in der Landwirtschaft fördern.
Holzabfälle in der Vergärungsanlage der Biopower AG in Pratteln.(Bild: Keystone/Martin Rütschi)
Information und Beratung
Dies soll insbesondere durch Information und Beratung bei Planung und Betrieb solcher Anlagen, aber auch durch Verbesserung der staatlichen Rahmenbedingungen geschehen, wie die BKW Energie AG am Mittwoch mitteilte. Die landwirtschaftliche Biomasse sei heute eine noch weitgehend unerschlossene, aber zuverlässige, erneuerbare und inländische Energiequelle.
Die Nutzung dieses Potenzials hänge in erster Linie von den Preisen und den politischen Rahmenbedingungen ab, betonte Hansjörg WalterDas Parlament
Hansjörg Walter
SVP, TG
auf MerklisteDetails, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes vor den Medien. Politische Entscheide zur steuerlichen Begünstigung stünden in nächster Zeit an.
Biomasse als Energieträger sei erneuerbar, CO2-neutral und biete damit aus umwelt- und klimapolitischer Sicht entscheidende Vorteile.
Bisher kaum rentabel
Obschon die Produktionskosten der landwirtschaftlichen Biogasanlagen im Vergleich zu Solar- und Windstrom tiefer seien, sei eine wirtschaftlich rentable Produktion schwierig, sagte Stefan Mutzner, Geschäftsführer Ökostrom Schweiz, laut Redetext.
Je nach Anlage beliefen sich die Produktionskosten zwischen 22 und 32 Rappen pro Kilowattstunde. Die Landwirte erhielten aber vom einspeisenden Elektrizitätswerk gemäss Energiegesetz nur 15 Rappen.
Heute 70 Anlagen
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Energieprodukte sind Biogas, Ethanol und Biodiesel. Dem Biogas, hergestellt aus der Vergärung von Gülle, landwirtschaftlichen Abfallprodukten und anderen organischen Substanzen, wird dabei das grösste Potenzial attestiert. Das Endprodukt kann Strom, Wärme oder Treibstoff sein.
Laut Walter produzieren derzeit in der Schweiz rund 70 landwirtschaftliche Biogasanlagen mehr als 10 Gigawattstunden Energie pro Jahr. Sie versorgen damit über 250 Haushalte mit Wärme und über 1000 mit Elektrizität.
(sda)

























