28. August 2007 00:05; Akt: 28.08.2007 01:24 Print

Politwerbung mit «Geheimplan»Politwerbung mit «Geheimplan»

Die SVP hat einen «Geheimplan» zur Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher ausfindig gemacht. Ein Lehrstück, wie man clevere Politwerbung betreibt.

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Die Meldung flatterte kurz nach dem Mittag in die Redaktionen und war mit «Geheimplan gegen Blocher» betitelt. Publiziert werden durfte sie von den Medien erst um 13:30, nachdem die Medienkonferenz beendet war. Mit der so genannten Sperrfrist stellt die Partei sicher, dass der Paukenschlag medial so richtig einschlägt.

SP, Grüne und Teile von FDP und CVP wollten die SVP aus dem Bundesrat verdrängen, empört sich die SVP und suggeriert, dass sich alle - allen voran die Linke - gegen Blocher verschworen haben. «Der Vizepräsident der Grünen gibt die Verschwörung zu. Er spricht von Omertà - also der Schweigepflicht der Mafia!», heisst es auf den mit Ausrufezeichen garnierten Inseraten, die in den nächsten Wochen landesweit geschaltet werden.

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in Wirklichkeit sagte: Er bedaure die «omertà», die seit Monaten beim Thema «Blocher im Bundesrat» herrsche, sagte der Vizepräsident der Grünen in einem in der Westschweizer Sonntagszeitung «Matin Dimanche» erschienenen Interview. Die SP solle Stellung beziehen. Also das genaue Gegenteil dessen, was die SVP behauptet.

Ergo: Die von der SVP zitierten Exponenten der Schweizer Politlandschaft machen gar kein Geheimnis daraus, dass sie Blocher nie zum Bundesrat gewählt hätten - und es auch in der Wahl im Dezember nicht tun werden. Das gibt die SVP in ihren Inseraten auch zu und führt so die Idee des «Geheimplans» gleich selbst ad absurdum.

Was also bleibt vom aufgedeckten «Geheimplan» übrig? Der SVP-Aufruf an die Stimmbevölkerung, am 21. Oktober den Wahlzettel für die National- und Ständeratskandidaten der Partei in die Urne zu werfen. Und eine brilliant konzertierte Politwerbung, die umwerfend betitelt ist. Schade, dass die SVP dafür zu Mitteln greift, die hart an der Lüge vorbeischrammen.

(ast)