Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
18. März 2008 17:19; Akt: 18.03.2008 17:25 Print
«Affront gegen das Volk»
Die Arbeitnehmerverbände reagieren mit Empörung auf die «unglaubliche Arroganz» des Nationalrates bei den Entscheiden zur 11. AHV-Revision. Der Verzicht auf eine soziale Abfederung bei der Frühpensionierung zeuge von «völligem Realitätsverlust».
Ohne Korrektur durch den Ständerat sei das Referendum beschlossene Sache, teilte Travail.Suisse am Dienstag mit. Für den Dachverband der Arbeitnehmenden muss die Flexibilisierung des Rentenalters mit einem sozialen Ausgleich im Umfang von 400 Mio. Franken kombiniert werden.
Auch für den KV Schweiz ist der Entscheid des Nationalrates «sozialpolitisch unverständlich». Der vorzeitige Altersrücktritt bleibe so «ein Privileg der Gutverdienenden».
Die Erhöhung des Rentenalters für Frauen von 64 auf 65 Jahren sei bei ihrer Ankündigung vor über zehn Jahren mit dem Versprechen verbunden worden, parallel für beide Geschlechter eine sozial verträgliche Vorbezugsregelung einzuführen. Davon sei der Nationalrat nun völlig abgewichen, schreibt der Kaufmännische Verband.
Gar von einem «Affront gegen das Volk» spricht der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), der sich nun Aufwind für seine AHV-Initiative verspricht. Die vom Nationalrat beschlossene Revision sei nicht mehrheitsfähig, da sie «wie einem Ei dem anderen» der 2004 vom Stimmvolk abgelehnten Fassung entspreche.
Zufrieden ist hingegen der Schweizerische Gewerbeverband (SGV): Angesichts der düsteren Finanzierungsperspektiven der AHV sei es wichtig, dass die aus der Erhöhung des Frauenrentenalters sowie weiterer Korrekturen resultierenden Einsparungen ausschliesslich für die Sicherung des wichtigsten Sozialwerkes eingesetzt würden.
(sda)

























