Akt. 30.05.09; 23:36 Pub. 30.05.09; 23:30
Noch nie haben Schweizer Gemeinden so viele Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert wie in den letzten Monaten, berichtet die SonntagsZeitung: Über 20 000 Personen, viele von ihnen aus Ländern des Balkans, erhielten 2009 laut Hochrechnungen von Gemeinden und Kantonen das O.K. für den Schweizer Pass. Von Mai 2008 bis April 2009 stiegen die Einbürgerungen im Vergleich zur selben Vorjahresperiode um 14 Prozent. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort.
Rekordjahr
Laut «Migrationsbericht 2008» registrierte das Bundesamt für Migration (BFM) schon im vergangenen Jahr einen Gesuchsrekord: 45 000 Personen bekamen das Schweizer Bürgerrecht. Dies entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Thun. Ein Viertel der neuen Schweizer kommt aus dem Kosovo. «Wir rechnen weiterhin mit Gesuchseingängen auf diesem Niveau», sagt BFM-Sprecher Jonas Montani. Neben dem Kosovo kommen die Eingebürgerten vor allem aus Italien, Deutschland und der Türkei. Für die Linke ist dies «eine positive Entwicklung, die der Realität Rechnung trägt», wie SPNationalrat und Gewerkschaftsbundpräsident Paul Rechsteiner sagt. Die SVP goutiert die Zahlen nicht. Nationalrat Hans Fehr: «Das ist eine Verschleuderung des Schweizer Passes.»