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Schweizer Armee
29. Juni 2010 16:09; Akt: 29.06.2010 17:11 Print
Armee erhält für 295 Millionen «Spielkonsolen»
Die bislang grösste Simulatorenanlage der Schweizer Armee ist der Truppe übergeben worden. Damit soll der Einsatz von schweren Panzerfahrzeugen geübt werden.

Soldaten trainieren am Simulator. (Bild: Keystone)
Der bislang grösste Simulatorenverbund der Schweizer Armee ist am Dienstag der Truppe übergeben worden. Auf dem Waffenplatz Thun übergab Rüstungschef Jakob Baumann den symbolischen Schlüssel für die neuen Schiess-, Gefechts- und Taktiksimulatoren.
Die nun in Thun zur Verfügung stehenden Simulatoren ELTAM E4 sowie die ergänzenden Schiessausbildungsanlagen ELSA ermöglichen eine Kollektivausbildung zum Einsatz von schweren Panzerfahrzeugen bis auf die Stufe Bataillon.
Virtueller Panzer braucht auch Munition
Eine derartige Übung wäre im Gelände kaum durchführbar. Besondere Bedeutung kommt bei diesen Übungen der Zusammenarbeit der verschiedenen Hierarchiestufen im Verbund zu.
Beübt werden unter anderem aber auch Schnittstellen etwa hin zur Logistik. Auch der virtuelle Panzer kann nur solange schiessen, wie er Munition hat. In der Übung muss also auch der Munitionsnachschub sichergestellt werden, wie Hansjörg Feller, Projektleiter armasuisse ausführte.
Gigantische Rechnerleistung
Die Übenden bewegen sich in ihren Panzerführerständen durch eine äusserst realitätsnah nachgebildete, virtuelle Landschaft. Auch der Motoren- und Gefechtslärm fehlt selbstverständlich nicht.
Das in einer Geländedatenbank verfügbare virtuelle Gelände ist etwa so gross wie der Kanton Freiburg und zählt rund 460 Dörfer und Städte sowie zahlreiche Landschaften etwa mit Waldrändern, Feldern oder Gewässern. Der grafischen Oberfläche sind tausende von Funktionen hinterlegt.
Schweiz zählt zu den Führenden
All dies erfordert eine gigantische Rechenleistung. Der ELTAM-Simulator kann eine Million mal 3,4 Millionen Rechenoperationen in der Sekunde ausführen, wie Feller die Rechenleistung zu veranschaulichen versuchte.
«Wir bewegen uns hart am Rand dessen, was überhaupt technisch möglich ist», sagte Feller. Die Schweiz gilt in Sachen Ausbildung an Simulatoren als eine der führenden Nationen.
Umwelt und Ressourcen schonen
Dies ist kein Zufall. Durch ihre Kleinräumigkeit und dichte Bebauung war die Schweiz schon früh gezwungen, auf Simulatoren auszuweichen. So können Umwelt und Ressourcen geschont werden. Für ihn sei der Simulatorenverbund ein zentrales Instrument zur Erfüllung des Ausbildungsauftrags, betonte Korpskommandant Dominique Andrey, Kommandant Heer. Die Armee müsse glaubwürdig sein und das erreiche sie nur mit einer qualitativ guten Ausbildung.
Bereits bisher verfügte die Armee in Thun über Schiess-, Gefechts- und Taktiksimulatoren. Diese wurden nun in verschiedenen Schritten umfassend erweitert. Als Hersteller zeichnen die deutsche Rheinmetall Defence Electronics und die Schweizer RUAG Electronics.
Die Systeme wurden im Rahmen von Ausrüstungs- und Erneuerungsbedarf-Krediten sowie den Rüstungsprogrammen 2005 und 2006 vom Bundesrat verabschiedet und vom Parlament bewilligt. ELTAM und die ergänzenden Schiessausbildungssimulatoren haben insgesamt einen Beschaffungsumfang von rund 295 Millionen Franken.
(sda)


























