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Zürich-Kloten
18. März 2010 11:20; Akt: 18.03.2010 16:34 Print
Häftling stirbt auf Flughafen
Kurz vor dem Start eines Fluges nach Nigeria ist in Zürich ein Ausschaffungshäftling verstorben. Es ist der dritte Todesfall seit 1999.
Ein 29-jähriger, abgewiesener Asylbewerber verweigerte seit Tagen die Nahrungsaufnahme und versuchte sich der Ausschaffung zu widersetzen.
Unter Anwendung von Gewalt konnte er schliesslich gefesselt werden. Man habe ihm an Händen und Füssen Manschetten angelegt, wie das auf solchen Sonderflügen aus Sicherheitsgründen üblich sei, sagt Marcel Strebel von der Kapo Zürich. Kurze Zeit später zeigte der Nigerianer plötzlich gesundheitliche Probleme. «Er war plötzlich nicht mehr ansprechbar, warum wissen wir derzeit nicht», sagt Strebel zu 20 Minuten Online. Deshalb wurden die Fesseln gelöst. Das Begleiterteam und die sofort beigezogene Sanität leiteten Reanimationsmassnahmen ein. Trotzdem verstarb der Mann wenig später auf dem Flughafengelände.
1999 starb ein Palästinenser ebenfalls bei einer Ausschaffung am Flughafen Zürich. Die Zwangsmassnahmen verunmöglichten ihm das Atmen und er erstickte.
2001 kam ein Nigerianer im Wallis an der Folge durch Gewalteinwirkung der Polizei ums Leben. Der Untersuchungsbericht sprach von einem lagebedingten Erstickungstod.
Amnesty International ist entsetzt über den Todesfall. Die Menschenrechtsorganisatioin fordert der Zürcher Regierungsrat auf, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten und zu untersuchen, ob unverhältnissmässig Gewalt angewendet wurde.
Staatsanwaltschaft untersucht
Der Nigerianer, der polizeilich wegen Drogenhandels verzeichnet war, sollte am Mittwochabend zusammen mit weiteren 15 Ausschaffungshäftlingen mit einem Sonderflug nach Nigeria ausgeschafft werden.
Die genauen Umstände seines Todes werden durch die zuständige Staatsanwaltschaft untersucht. Für die Abklärung der Todesursache wurde das Institut für Rechtsmedizin beigezogen, wie die Kantonspolizei Zürich am Donnerstag mitteilte.
Sonderflüge gestoppt
Das Bundesamt für Migration bedauert den Vorfall, wie es in einer Mitteilung schreibt. Es hat die Durchführung von Sonderflügen bis auf Weiteres gestoppt.
Mit Sonderflügen werden Personen zurückgeführt, die sich früheren Rückführungen widersetzt haben. Zur Gewährleistung der Sicherheit werden sie auf diesen Sonderflügen gefesselt.
(sda)


























