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Sicherheitspolitik
02. September 2010 10:52; Akt: 02.09.2010 12:08 Print
CVP feuert Breitseite auf Maurer
Christoph Darbellay attackiert Verteidigungsminister Ueli Maurer. Die «heutige Bedrohung kommt aus dem VBS», wettert der CVP-Präsident.

CVP Nationalrätin Ida Glanzmann, Parteipräsident Christoph Darbellay und Ständerat Bruno Frick (von links) fordern Bern im Namen der CVP mehr «Sicherheit durch eine moderne Armee», 2. September 2010. (Bild: Keystone)
Die CVP hat am Donnerstag ihre Visionen der künftigen Armee präsentiert und dabei Verteidigungsminister Ueli Maurer scharf kritisiert. Sie wirft ihm vor, eine Gefahr für die Schweiz darzustellen. «Heute kommt die Bedrohung nicht aus dem Osten, sondern aus dem Innern des Verteidigungsdepartements», sagte CVP-Präsident Christophe DarbellayDas Parlament
Christophe Darbellay
CVP, VS
auf MerklisteDetails vor den Medien in Bern.
Schon zu Wochenbeginn hatte Darbellay den Verteidigungsminister angegriffen, in einem Interview der Zeitung «Blick». Am Donnerstag legte er nach. Maurer müsse nun endlich seine Arbeit machen. «Wir verlangen nicht mehr und nicht weniger», sagte Darbellay.
«Lavieren befremdet mich»
Maurer produziere bloss Schlagzeilen, vertage wichtige Entscheide und stelle unrealistische Geldforderungen. «Dieses Lavieren befremdet mich», sagte Nationalrätin Ida Glanzmann. Als Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission frage sie sich, ob die Armee mit Maurer im Krisenfall überhaupt funktionieren würde.
Die CVP wirft Maurer auch vor, die politischen Vorgaben nicht umzusetzen. Gemäss den Vorgaben sollte die Armee ihren Bestand auf
Schuldenbremse mit Ausnahmen
Mehr Geld soll die Armee nach dem Willen der CVP nicht erhalten. Für Investitionen wie Flugzeugkäufe müsse aber die Möglichkeit einer Sonderfinanzierung geschaffen werden, sagte Ständerat Bruno Frick.
Die CVP schlägt damit vor, an der Schuldenbremse zu schrauben. Heute ist eine Sonderfinanzierung kaum möglich, weil die Schuldenbremse eine rasche Kompensation verlangt. Dies müsse geändert werden, fordert die CVP - schon allein deswegen, weil im Notfall keine Zeit wäre, die finanzpolitischen Vorgaben zu ändern.
Kooperation mit andern Ländern
Vor allem aber soll die Schweiz mit anderen Ländern kooperieren. Ziel müsse es sein, in einem europäischen Sicherheitsverbund mitzuwirken, ohne dabei die Neutralität zu opfern, hält die CVP fest. Da es sich bei den meisten Einsätzen nicht um Kampfeinsätze handle, sei dies möglich.
Eine Kooperation mit anderen Ländern schwebt der CVP zum Beispiel beim Schutz des Luftraumes vor. Im Visier hat die Partei dabei Staaten, die keiner Militärallianz angehören, etwa Österreich, Schweden und Finnland.
Keine Berufsarmee
Schliesslich spricht sich die CVP für eine allgemeine Dienstpflicht anstelle der Wehrpflicht aus. Demnach sollen Männer ihre Dienstpflicht entweder in der Armee, im Bevölkerungsschutz oder im zivilen Bereich absolvieren. Frei wählen könnten sie aber nicht: Die Dienspflicht soll vor allem bewirken, dass Militärdienstuntaugliche ebenfalls Dienst leisten.
An der Milizarmee möchte die CVP festhalten: Eine Berufsarmee wäre «ein Sammelbecken von Eiferern, Rambos und Desperados», sagte Frick. Auch eine freiwillige Milizarmee wäre problematisch. Die heutige Milizarmee sei die beste Lösung, doch müsse sie den modernen Bedürfnissen angepasst werden.
Die CVP formuliert ihre Vorstellungen zur Zukunft der Armee nicht zuletzt mit Blick auf den Armeebericht, den der Bundesrat diesen Herbst vorlegen will. Darbellay zeigte sich auch hier verärgert. Maurer habe Entwürfe in Umlauf gebracht, hinter welchen er gar nicht stehe, kritisierte er. «So kann man nicht vorgehen.»
(sda)
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Alle 108 Kommentare





























Schicken wir Frau Leuthard an die Front
wenn Herr Darbellay nicht zufrieden ist, wäre eine Rochade des VBS zur CVP wohl das Beste. Als Volkswirtschafts-Ministerin kennt Frau Leuthard die Worte Effektivität und Effizienz wohl sehr gut, um diesen Militär-Verein gründlich auszumisten. Das einzige Problem ist nur, dass ein neues Departement für Ueli Maurer erfunden werden muss, wo er nichts kaputt machen kann. Oder schicken wir ihn in Rente? Das kostet zwar, aber Schaden anrichten kann er dafür nicht mehr.
Die CVP ist für den EU Beitritt
In ihren eigenen Worten: "Ziel müsse es sein, in einem europäischen Sicherheitsverbund mitzuwirken, ohne dabei die Neutralität zu opfern". Wie das gehen soll ist ein Rätsel. Wer nicht in die EU will, der wählt andere Parteien.
Zum Glück wacht jemand auf - Bravo CVP
Viele Jahre standen SVP, CVP und FDP stramm hinter dem VBS. Die SVP träumt von bewaffneten Gartenzwergen und die FDP sagt gar nichts. Einzig die CVP hat den Mut die Probleme anzusprechen und einen Plan zu präsentieren, wie es weiter gehen soll. Bravo!