Landesinventar

16. März 2010 15:53; Akt: 16.03.2010 16:07 Print

Der Schweizer Wald ist grösser gewordenDer Schweizer Wald ist grösser geworden

In der Schweiz hat die Waldfläche weiter zugenommen. Es wird mehr Holz genutzt als früher, die Vorräte sind aber immer noch hoch und die Vielfalt der Baumarten ist grösser geworden.

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Der Wald bedeckt heute eine Fläche von 1,28 Millionen Hektaren der Schweiz, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL am Dienstag bei der Präsentation des dritten Landesforstinventars bekannt gaben. Innerhalb von elf Jahren hat die Waldfläche um rund 600 Quadratkilometer zugenommen, was fast annähernd der Gesamtfläche des Kantons Glarus entspricht.

Heute bedecken die Wälder bereits eine Fläche von 31 Prozent des Landes gegenüber 29,6 Prozent vor elf Jahren. Landesweit stehen im Durchschnitt 364 Kubikmeter Holz auf einer Hektare Wald. Der seit 25 Jahren wachsende Holzvorrat hat in der letzten Untersuchungsperiode mit plus drei Prozent weniger stark zugenommen. Die Gründe dafür waren die intensivere Holznutzung sowie die Auswirkungen von Naturereignissen wie etwa der Sturm Lothar im Jahr 1999.

Hohe Holzvorräte

Der Nadelholzvorrat nahm gesamtschweizerisch um ein Prozent ab, im Mittelland sogar um 16 Prozent. Der Laubholzvorrat legte dagegen in allen Regionen zu. Die Holzproduktion entwickelte sich weiterhin positiv. Angesichts der insgesamt hohen Holzvorräte wäre unter Berücksichtigung der Waldfunktionen und der Waldstabilität vorübergehend eine noch höhere Holznutzung möglich. Auch diese Holznutzung wäre noch nachhaltig, schreibt das BAFU.

Insgesamt ist der Wald auch vielfältiger geworden. Aus lediglich einer Baumart bestehende Bestände haben noch einen Anteil von 19 Prozent, vier Prozent weniger als beim letzen Inventar. Artenreiche Waldränder mit mehr als zehn Gehölzarten sind häufiger gewachsen. Hinzu kommt, dass unterdessen Jungwälder zu 92 Prozent aus reiner Naturverjüngung entstehen und Pflanzungen eher eine Ausnahme bilden.

Wald als Erholungsfaktor

Die Anzahl und die Holzmenge abgestorbener Bäume haben sich seit 1985 verdreifacht, wie das BAFU weiter schreibt. Der Totholzvorrat beträgt heute 18,5 Kubikmeter pro Hektare, ein für mitteleuropäische Verhältnisse relativ hoher Wert.

Der Wald ist auch für die Wasserversorgung und zum Schutz vor Naturgefahren von Bedeutung. 16 Prozent der gesamten Waldfläche liegen im Einzugsgebiet von Trinkwasserquellen. 36 Prozent der Gesamtwaldfläche sind Schutzwald, in mehreren Alpenkantonen sind es sogar über 50 Prozent. Der Wald ist aber immer mehr auch ein Ort zur Erholung und für Freizeitaktivitäten. Heute werden bereits 2,5 Prozent der Wälder in erster Linie als Erholungswälder bewirtschaftet.

(dapd)