SBB

14. Dezember 2008 12:17; Akt: 14.12.2008 12:37 Print

Ein fast reibungsloser FahrplanwechselEin fast reibungsloser Fahrplanwechsel

Die SBB haben den Fahrplanwechsel am Sonntag vorerst ohne gravierende Probleme bewältigt. Allerdings zeigte sich der Cisalpino wie so oft von der bockigen Seite und sorgte für Frust bei den Zugpassagieren.

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Bei einem Cisalpino habe die Neigefunktion versagt, sagte Toni Häne, Leiter Verkehrsmanagement, am Sonntag vor den Medien in Bern. Ein anderer Cisalpino erhielt aus Italien erhebliche Verspätung, was dazu führte, dass in Brig ein Ersatzzug zum Einsatz kam. Auch beim Cisalpino von Mailand nach Zürich kam es zu Problemen.

SBB-CEO Andreas Meyer zeigte sich aber dennoch zufrieden mit dem Fahrplanwechsel. Den eigentlichen Prüfstein erwarte die SBB jedoch erst am Montag, sagte Meyer. Dann setze der Pendler- und Güterverkehr wieder ein.

Die erste Bilanz nach dem Fahrplanwechsel konnten die Medien am Sonntag für einmal eins zu eins miterleben, indem sie als Zaungäste einer Sitzung des Verkehrsmanagements Personenverkehr im Operationszentrum im Berner Hauptbahnhof und einer Telefonkonferenz mit den Aussenstellen beiwohnen konnten. CEO Meyer verwies nach der Sitzung auf die grosse Angebotssteigerung von zusätzlichen 5,5 Prozent Zugkilometern, die mit dem Fahrplanwechsel verbunden ist.

Offensichtlich sei die Umstellung weitgehend normal verlaufen, mit Ausnahme der Probleme bei den Cisalpini. «Auch das entspricht leider der Normalität», sagte der SBB-Chef und erinnerte an die massive Verspätung bei der Lieferung der neuen Züge ETR610. Die SBB mussten deshalb für die Strecke Zürich-Mailand einen Übergangsfahrplan aufstellen, der «für die nächsten Monate» gilt. Symptomatisch auch der Umstand, dass der Cisalpino-Vertreter als einziger bei der Telefonkonferenz fehlte. Noch nicht eingetroffen sind ausserdem die neuen Fahrpläne aus Italien.

Toni Häne wies darauf hin, dass eine gültige Bilanz über die Umstellung erst Mitte Januar möglich sein werde. Die Umstellung von gegen 80 Zugskompositionen lief aber ohne gravierende Probleme an. Neben dem knappen Rollmaterial waren dabei auch Engpässe beim Personal zu bewältigen, da die Absenzen wegen Krankheit entsprechend der Jahreszeit zurzeit höher sind. So fiel zum Beispiel ein Zug in der Westschweiz aus, weil der Lokführer krank wurde. Probleme gabe es vereinzelt auch beim Kundendienst, sei es, dass die neuen Fahrpläne zu früh ausgehängt wurden oder dass die automatischen Durchsagen in den Zügen nicht funktionierten.

Schneller, häufiger und bequemer sollen die Bahnpassagiere mit dem Fahrplanwechsel befördert werden. Zwischen den Zentren Lausanne und Genf sowie Bern und Zürich werden zusätzliche Züge eingesetzt. Zwischen Basel und Zürich fahren die Züge zudem neu integral im Halbstundentakt. Damit verkehren allein zwischen Basel und Zürich 24 zusätzliche Non-Stop-Intercity-Züge pro Tag, zwischen Lausanne und Genf sind es elf zusätzliche Züge pro Tag. Zwischen Basel und Lugano gibt es einen neuen zweistündlichen ICN mit 15 Minuten Reisezeitgewinn.

Quelle: SDA/AP