Schweizer Unis

05. September 2010 14:11; Akt: 05.09.2010 16:38 Print

Heikle Suche nach Hürden für AusländerHeikle Suche nach Hürden für Ausländer

Ausländische Studenten mit dürftigem Leistungsausweis strömen an Schweizer Universitäten. Rektoren überlegen nun, Ausländerkontingente zu schaffen. Das ist gar nicht so einfach.

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Voller Hörsaal an der uni St. Gallen: Über 40 Prozent der Studierenden stammen aus dem Ausland.

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Schweizer Spitzenuniversitäten platzen aus allen Nähten. «Wir werden überrannt», sagt Thomas Dyllick, Prorektor der Universtität St. Gallen gegenüber der «NZZ am Sonntag». Die Studierendenzahlen sind in fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen. Eng geworden ist es auch an der ETH Zürich: «Es gibt Studiengänge, die an ihre Kapazitätsgrenzen stossen», sagt Rektorin Heidi Wunderlin-Allenspach.

Wie kann die Situation entschärft werden? «Eine derzeit diskutierte Variante ist, Studienplatzbeschränkungen und Ausländerkontingente für das Masterstudium zu schaffen», sagt Antonio Loprieno, Präsident der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus), gegenüber 20 Minuten Online. Ob das rechtlich möglich ist, müssen aber Juristen zuerst abklären. «Gemäss Lissabon-Konvention dürfen Ausländer nicht anders behandelt werden als Inländer», so Loprieno.

Eine Zugangsprüfung, die alle Studierenden durchlaufen müssen, will man in der Schweiz aber nicht schaffen. «Wir wollen den freien Zugang zum Master für inländische Studierende erhalten», so Loprieno. Ende Jahr soll ein Antrag vorliegen, über den die Bildungsdirektoren der Universitätskantone entscheiden können.

Problem vor allem auf Masterstufe akut

Denn der rasante Anstieg der ausländischen Studierenden für die Schweizer Universitäten ist vor allem auf der Masterstufe besorgniserregend. Die ausländischen Studierenden profitieren von einer Besonderheit des Schweizer Systems: Anders als in ihren Heimatländern haben sie hier mit dem Bachelor-Abschluss praktisch freien Zugang zum Masterstudiengang.

In der Schweiz kann jeder, der die erste Studienstufe (Bachelor) abgeschlossen hat, automatisch in die nächste Stufe (Master), weil der normale Studienabschluss der Master ist. Im nahen Ausland hingegen ist der normale Studienabschluss der Bachelor. Um in diesen Ländern einen Master zu machen, muss eine Prüfung bestanden werden. Auch darum kommt bereits jeder vierte Master-Student in der Schweiz aus dem Ausland.

Viele von ihnen haben aber eine dürftige Bachelor-Ausbildung. Die ausländischen Bewerbungen befänden sich «generell nicht auf dem gewünschten Qualitätsniveau», sagt ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach der «NZZ am Sonntag». Um das hohe Niveau zu halten, müsse die ETH ihre Masterstudierenden auswählen können. Wunderli-Allenspach will sich bei der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) dafür einsetzen.

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  • stefan bernhard am 30.11.2010 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    war ja klar...

    ...nachdem es jetzt viel zu lange still war, muss man sich wieder einen grund zusammenschustern, um auf die deutschen losgehen zu können. von den "kommentatoren" hier idt doch nicht einer wirklich student, soviel schreibfehlerwie man da findet. wahrscheinlich hockt wieder die ganze svp-jung-riege an den pcs und knallt den talk back voll, weil sie sich durch die abstimmung wieder im aufwind sieht.

  • Grossmaul am 06.09.2010 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    PFZ

    Also die Personenfreizügigkeit hat ja mal sehr wenig bis überhaupt gar nichts mit Bologna zu tun. Studenten kamen und gingen schon lange vor der PFZ. Aber gegen höhere Studeingebühren ALLGEMEIN & Aufnahemkriterien sowie Studienzahlbeschränkungen gibt es eigentlich nichts einzuwenden. Wird u.a. auch im UK so gemacht! (Allerdings werden die CH-Studis dank Bilateralen, wie EU/UK-Studis und nicht wie 'overseas' behandelt. D.h. nur £5000 anstatt £12'000 pro Jahr!!!!)

  • Hans Ulrich Suter am 06.09.2010 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Anteil ausländische Professoren: >51%

    Es kann ja nicht gehen, dass man bei den Professoren vor allem die Ausländer besser sein sollen, aber bei den Studenten sind es dann plötzlich die Schweizer? Als Schweizer der doch eine beträchtliche Zeit an deutschen Unis verbracht hat, kann ich nur sagen, dass deren Ausbildungs-Niveau oft mit dem der ETHZ gleichzusetzen ist, manchmal ist es sogar besser.