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Bundesratswahlen
05. September 2010 12:49; Akt: 05.09.2010 13:12 Print
JUSO bleibt elegant neutral
Die Jungsozialisten seien auf dem falschen Fuss erwischt worden und gäben deshalb keine Empfehlung für die Bundesratswahl ab. Ob die ungewohnte Neutralität etwas mit Wermuths Ambitionen zu tun hat?

Die JUSO gibt keine Empfehlung ab. Im Bild: Die SP Bundesratskandidatinnen Simonetta Sommaruga, Ständerätin (BE, links) und Jacqueline Fehr, Nationalraetin (ZH, rechts) vor dem Hearing der JungsozialistInnen Schweiz (JUSO) am 4. September 2010. (Bild: Keystone)
Die Delegiertenversammlung der JUSO gibt keine Empfehlung für eine der beiden SP-Bundesratskandidatinnen Simonetta Sommaruga (BE) und Jacqueline Fehr (ZH). Der Grund ist nicht politisch, sondern terminlich.
Bildstrecken Welche zwei Politiker ziehen neu in den Bundesrat ein? Infografik Politisches System SchweizMit dem letztlich doch noch auf den Herbst erfolgenden Rücktritt von Bundesrat Moritz Leuenberger sei der Terminkalender seiner Partei über den Haufen geworfen worden, erklärte JUSO-Präsident Cédric Wermuth am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Leuenberger hatte zuerst auf Ende Jahr zurücktreten wollen.
Wegen dieser Terminplanung seien die Hearings mit den Nachfolge- Kandidatinnen und die Wahlempfehlung auf die Delegiertenversammlung vom Samstag traktandiert worden. Als sich der Termin änderte, habe die DV nicht mehr verschoben werden können. Die Wahlempfehlung zuhanden der Fraktion sei so hinfällig geworden, eine Empfehlung an die Vereinigte Bundesversammlung mache wenig Sinn, sagte Wermuth.
Wermuth will in den Nationalrat
Cédric Wermuth tritt als JUSO-Präsident zurück. Wie er eine Meldung der Zeitung «Sonntag» bestätigte, erfolgt sein Rücktritt auf den März 2011. Gegenüber der SDA sagte Wermuth, die JUSO hätten viel erreicht. Die Mitgliederzahlen der Jungpartei seien gewachsen. Die JUSO seien fähig, aus eigener Kraft Initiativen durchzuziehen.
Sehr viel sei bei den JUSO über seine Person gelaufen. Ein Sesselkleber und eine Identifikationsfigur könnten ab einem gewissen Zeitpunkt die Dynamik behindern.
Seine politische Karriere will Wermuth im Nationalrat fortsetzen. Der 24-Jährige will sich von der SP-Bezirkspartei Baden am 23. September als Kandidat für die Wahlen 2011 nominieren lassen.
Die Kür durch die Aargauer Kantonalpartei würde dann am 20. November erfolgen. Wermuth, der auch Vizepräsident der gesamtschweizerischen SP ist, will in Absprache mit der Mutterpartei und den JUSO auf der SP-Liste kandidieren.
Wermuth leitet die Geschicke der JUSO seit einer Kampfwahl im Juni 2008. Dabei sorgte er etwa an einer SP-Delegiertenversammlung mit einem Joint am Rednerpult für Furore - er warb damit für die Hanflegalisierung. Das brachte ihm ein Verfahren ein.
Ein weiteres Verfahren handelte er sich wegen einer Hausbesetzer- Party in Baden vom Januar 2009 ein. Die Party gegen hohe Mieten in einem leerstehenden Hotel eskalierte.
(sda)


























