Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Bilanz
17. September 2008 16:18; Akt: 17.09.2008 23:52 Print
Rauchverbote: Weniger Gäste – und Eier-Attacken
Die Rauchverbote zeigen erste Schattenseiten: Im Tessin bleibt fast jeder vierte Gast aus und in Genf werden Strassenraucher von Anwohnern attackiert.
- Was meinen Sie?
-
Rauchverbot
-
Raucheranteil Schweiz
Im Tessin gilt seit zweieinhalb Jahren das Rauchverbot in Restaurants und Bars – mit negativen Folgen für die Wirte, wie eine Studie der Universität der italienischen Schweiz zeigt: Im Schnitt verzeichnete rund ein Viertel der Lokale weniger Gäste, und selbst bei den Stammgästen blieben zwischen 6 und 9 Prozent den Gaststätten fern.
Tessiner Wirte beklage deutliche Umsatzminderungen seit der Einführung des Rauchverbots. Dafür profitiert das Personal - zumindest diejenigen, die nicht rauchen.(Bild: Keystone)
In Tessiner Beizen verboten. (Key)
Ständerat bleibt standhaft
Der Ständerat will das Rauchen in den Restaurants ausschliesslich in abgetrennten Fumoirs zulassen. Er hat seine harte Haltung bekräftigt und eine Lockerung der Rauchverbote in kleineren Restaurants mit 25 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Damit stellt er sich gegen den Nationalrat, der Raucherbeizen zulassen möchte. Zudem sollen die Angestellten laut Kleiner Kammer ihre Bereitschaft zum Arbeiten in Fumoirs in ihren Arbeitsverträgen bezeugen.
Zudem wurde weniger Alkohol konsumiert. Jeder dritte Wirt klagt über Umsatzeinbussen. «Dies deckt sich mit unseren Erkenntnissen, dass ausbleibende Raucher nicht durch neue nichtrauchende Gäste ausgeglichen werden können», meint dazu Hannes Jaisli von GastroSuisse. Trotzdem ziehen die Tessiner Behörden eine positive Bilanz aus der Studie: Die Gesundheit der Angestellten habe sich verbessert. Es gebe heute weniger Klagen über gerötete Augen, Husten und Kopfweh.
In Genf hat die Lärmbelästigung durch Strassenraucher seit der Einführung des Rauchverbots derart zugenommen, dass sich viele Anwohner mit Gewalt wehren: Vor den Lokalen schwatzende Raucher werden mit Tomaten und Eiern beworfen. Gastro-Personal berichtet sogar, dass Raucher mit Flüssigkeiten übergossen und mit Flaschen beworfen wurden.
daw/sab

























