Politik 2.0

04. August 2010 07:14; Akt: 04.08.2010 10:44 Print

SVP dominiert auch auf FacebookSVP dominiert auch auf Facebook

von Ronny Nicolussi - Die grösste Schweizer Partei hat auch virtuell am meisten Anhänger. Dabei punktet die SVP besonders mit Kampagnen. Der Nutzen ist jedoch umstritten.

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Die SVP hat auf Facebook fast 6000 «Fans» – so viele wie keine andere Partei. Auf Platz zwei und drei folgen die Piratenpartei mit rund 4000 und die SP mit rund 3000 Anhängern, wie aus einer erstmals veröffentlichten Erhebung der Plattform für Schweizer Politik «politnetz.ch» hervorgeht. Die Plattform hat auf ihrer Webseite einen Facebook-Radar lanciert. Damit würden sämtliche politisch relevanten Facebook-Gruppen und -Pages der Schweiz beobachtet, erklärt Andreas Amsler, Geschäftsführer von politnetz.ch, gegenüber 20 Minuten Online.

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Aber nicht nur im Vergleich mit anderen Parteien, auch bei den Kampagnen hat die SVP die Nase vorn. Die politischen Pages, die in der letzten Woche am stärksten zugelegt haben, sind klar dem national-konservativen Lager zuzurechnen. Mit einer Zunahme um 704 auf 45 675 Mitgliedern ist die Page «Man soll im Unterricht wieder Schweizerdeutsch oder Mundart sprechen dürfen» der Aufsteiger der Woche, gefolgt von «Die Schweiz gehört nicht in die EU!» mit 38 308 (+589) Mitgliedern.

Die mit über 76 000 Mitgliedern gewichtigste Page mit politischem Hintergrund bleibt indessen weiterhin «Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!». Ebenfalls dem linksliberalen Umfeld sind die gewichtigsten Interessengruppen zuzuschreiben: «Pro Wolf Schweiz – Lasst die Schweizer Wölfe am Leben!», «GSoA: Gruppe Schweiz ohne Armee» und «Unia».

Politischer Nutzen bleibt fraglich

Laut Amsler zeigen diese Zahlen unabhängig von der politischen Orientierung vor allem eines: «Wird ein politisches Thema in den Medien behandelt, wie beispielsweise die neu aufgeflammte EU-Debatte, so wachsen auch die Mitgliederzahlen der entsprechenden Gruppen.» Der politische Nutzen bleibe hingegen fraglich, denn eine effektive politische Mobilisierung – wozu das soziale Netzwerk Möglichkeiten böte – bleibe meistens aus. Zwar hätten die Gruppen «Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!» beziehungsweise «Ich schäme mich NICHT für das Resultat der Minarett-Initiative!» innert weniger Tage zehntausende Mitglieder angezogen. «An den Demonstrationen in den grossen Schweizer Städten erschienen aber bloss einige wenige Hundert Menschen», sagt Amsler.

Politologe Georg Lutz von der Universität Lausanne zeigt sich von den Resultaten des Facebook-Radars wenig überrascht: «Facebook taugt zur Mobilisierung nur begrenzt.» Das soziale Netzwerk sei eine billige Art der Partizipation. «Einer Gruppe beizutreten kostet einen Klick. Um politisch aktiv zu werden, braucht es hingegen einen grösseren Effort», erklärt Lutz.

Fans sind meistens schon Sympathisanten

Die grösste Schwelle, um Menschen zu erreichen, sieht der Politologe darin, das Interesse der Leute zu wecken. Faktisch seien aber viele nicht an Politik interessiert. «Daran ändert auch Facebook nichts», so Lutz. Die Leute, die sich auf dem sozialen Netzwerk einer Partei anschlössen, seien meistens schon Sympathisanten.

Dem pflichtet auch Andreas Amsler bei. Der Geschäftsführer von politnetz.ch sagt: «Selbst die 6000 Fans, welche die SVP auf Facebook hat, sind gemessen an der Gesamtbevölkerung extrem wenig.» Zwar sei es in Einzelfällen – wie bei der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit – nicht auszuschliessen, dass Facebook eine Rolle gespielt haben könnte. Belegen lasse sich das jedoch nicht.

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  • Maya am 14.04.2011 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    falsche angaben oder grosser verlust?

    ich war gerade auf der offiziellen fansite der SVP bei facebook, die haben aber nur 2000 fans... haben die etwa 4000 in letzter zeit verloren?! intressant wäre es doch auch, wieviele fans gewisse gegnergruppen haben? z.b. die bekannte gruppe "kann dieses minarett mehr fans als die SVP haben?" hat bereits über 46'000 fans ;o)

  • Martin Pfister am 05.08.2010 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    SVP-Sympathisanten oder Spinner?

    Der Artikel hat mein Interesse geweckt, deshalb bin ich der sogenannten Gegengruppe der "Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative", die ja sehr stark ist, beigetreten. Ich wollte mal die Argumente hören, sehen was für Leute da so sind. Aber hallo!!? Wie wurde ich da empfangen? Interessierte können sich selber ein Bild machen.... Ich glaube, es handelt sich da nicht wirklich um politisch Interessierte. Das scheinen eher Freaks zu sein...

    • Resu F am 06.08.2010 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Spinner

      Hab's gesehen. Diese Leute vertreten nicht die SVP. Zum Glück für die SVP. Denn was auf der Seite dort z.T. geäussert wird, verstösst gegen das StGB.

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  • Kurt Meier am 05.08.2010 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    immer die Selbe leier....

    ui....und das SVP Gehacke geht weiter. Liebe Intelektuellen, langsam hat der normale arbeitende Bürger die immergleichen blablabla-Frasen irgendwelcher Weltverbesserer und Besserwisser satt...statt immer Meckern mal anfangen zu arbeiten und richtige Politik zu betreiben...sonst ist die SP samt ihren Anhänger bald Geschichte...wie auch Ihre Schnapsideen die letzten Jahre......

    • Paul Buchegger am 06.08.2010 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt Meier

      Das mit der "immer selben Leier" trifft vor allem für die SVP und die SP (die politischen Poole unseres Parteienspektrums) zu. Z.B.: Manchmal, wenn Toni Brunner einen Satz begonnen hat,weiss ich ziemlich sicher,wie er ihn beenden wird.

    • heinz moll am 06.08.2010 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Rätsel Buchegger

      Beim talenlosen Herrn Buchegger ist es anders als bei SVP-Präsident Brunner. Seine Satzgebilde kann man zweimal lesen - und weiss trotzdem nicht, was er eigentlich sagen will. Vielleicht hat Buchegger gar nichts zu sagen. Warum tut ers denn trotzdem?

    • Paul Buchegger am 09.08.2010 14:34 Report Diesen Beitrag melden

      @heinz moll 6.8. 17:53

      Es ist allgemein bekannt,dass Toni Brunner des Herrliberger SVP-Chefs Echo ist.Wenn immer Letzterer eine seiner überraschenden "strategischen" Kehrtwendungen macht (wie z.B.beim UBS/USA-Staatsvertrag),kann man sicher sein,dass Toni Brunner und SVP-Fraktionschef Caspar Baader sie allsogleich nachvollziehen.Diese übergaben gar eine schriftliche (!) Anweisung an die Fraktionsmitglieder, wie sie nun abzustimmen hätten,was ohnehin nicht verfassungskonform war (Instruktionsverbot).Es ist geradezu beängstigend,wie abhängig die SVP von einer einzigen Person ist.

    • heinz moll am 12.08.2010 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      Phantasievoll

      Werden Sie doch Schriftsteller, lieber Herr Buchegger. Ihre Märchenbücher fänden sicher Absatz.

    • Paul Buchegger am 17.08.2010 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      @ heinz moll

      Hätten Sie wohl gerne, dass es ein Märchen ist. Entweder sind Sie schlecht informiert, oder Sie verdrängen ganz einfach die für die SVP peinliche Realität.

    • Jasmina H. am 14.04.2011 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ungebremster Neid Hr. Buchegger?

      Die anderen Parteien wären halt froh, sie hätten einen Jahrhundertpolitiker in ihren Reihen. Aber dem ist eben bei weitem nicht so Herr Buchegger...

    • Ivan Kolak am 15.04.2011 18:15 Report Diesen Beitrag melden

      Ja die gute SVP

      Hmm, also ich als ein "normaler" Arbeiter frage mich was die SVP so für mich tut? ist mir immer noch ein Rätsel...

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