Tourismus

01. April 2009 06:05; Akt: 01.04.2009 09:03 Print

Schrubben, bis die Alpen glänzenSchrubben, bis die Alpen glänzen

Von der Finanzkrise bleibt nach Meinung von Branchenkennern auch die Ferien-Industrie in der Schweiz nicht verschont. Doch die Massnahme, mit der Schweiz-Tourismus neuerdings gegen den Besucherrückgang ansteuern will, mutet bizarr an.

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Seit dieser Woche sucht die Organisation freiwillige Felsenputzer, die die Bergwelt von Vogelkot und Unrat säubern. «Mit Besen, Bürsten, Wasser und Muskelkraft säubern Sie das Gestein von allfälligen Vogelexkrementen», wird mit der Anzeige um engagierte Schweizer für den Felsenputzer-Verein gebuhlt. Hoteliers und Tourismus-Direktoren aus verschiedenen Regionen des Landes schütteln ob der Massnahme nur ungläubig den Kopf.

Purer Atkionismus?

«Das ist ja löblich. Doch die Branche hat wirklich dringendere Probleme als einen Vogelschiss auf dem Titlis», ist Marcel Perren, Tourismus-Direktor in Luzern, überzeugt. In die gleiche Kerbe schlägt auch Martin Vogel, Direktor des Märchenhotels in Braunwald: «Das ist purer Aktionismus. Es gibt sicher sinnvollere Ideen, die Gästezahlen positiv zu beeinflussen.» Schiesst Schweiz Tourismus mit dieser Aktion also am Ziel vorbei?

Vögel sch… auf den Tourismus

Für Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, stellt die Anhäufung von Vogel-Exkrementen ein ernstzunehmendes Problem dar. «Aufgrund des Rückgangs natürlicher Feinde hat sich die Anzahl von Vögeln in den vergangenen Jahren deutlich erhöht», weiss er aus Gesprächen mit Naturschützern, Ornithologen und Hüttenwarten. Er sieht das Image der Schweiz in Gefahr: «Die Berge sind unser Kapital und Sauberkeit ist eines der zentralen Kriterien, die die Schweiz von anderen Destinationen unterscheidet.»

Exkremente nehmen zu

Eine Studie der Universität Bern und der Vogelwarte Sempach unter der Leitung von Dr. Michael Schaub und Prof. Raphaël Arlettaz bestätigt diesen Eindruck des Tourismus-Managers. So hat sich beispielsweise der Bartgeierbestand - mit einer Spannweite von bis zu drei Metern der König unter den Alpenvögeln - seit 1997 bis heute verzehnfacht. oku

Stört Sie der Vogeldreck in den Bergen? Was halten Sie von der Felsenputzerei? Und: Werden Sie sich an der Aktion beteiligen? Nehmen Sie teil an der grossen Umfrage und schreiben Sie Ihre Meinung im Talkback unten.

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  • Mr Lover am 02.04.2009 00:32 Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee

    Ich finde das eine gute Idee.Endlich können die Arbeitslosen und Sozialempfänger etwas gutes für den Vater Staat tun.

  • Peter Meier am 01.04.2009 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Andorra

    Wie bei Max Frischs Andorra. Häuser weisseln, Felsen putzen.

  • Alfred J. am 01.04.2009 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Würde ich machen, wäre doch super

    Ich finde man sollte die Berge auch reinigen, genau wie alte Steine oder Figuren. Gäbe es einen Aufruf für Freiwillige, wäre ich dabei. Unser Vaterland soll doch einladend wirken und nicht verstaubt.