Petition lanciert

24. April 2009 11:07; Akt: 24.04.2009 11:18 Print

Strommasten sollen verschwindenStrommasten sollen verschwinden

Hochspannungsleitungen sind hässlich. Und sind angeblich schädlich für die Gesundheit. Mit einer Petition wird jetzt gefordert: «Hochspannung unter den Boden». Doch das Ansinnen könnte enorme Kosten verursachen.

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Die Interessengemeinschaft «Hochspannung unter den Boden» hat am Freitag in Bern eine Petition für ihr Anliegen eingereicht. Hochspannungsleitungen gehörten in sensiblen Gebieten in die Erde verlegt.

Umwelt und Bevölkerung schützen

Die Erdverlegung von neuen oder auszubauenden Höchst- und Hochspannungsleitungen sei zwingend für die Gesundheit der Bevölkerung, das Landschaftsbid und die Umwelt, teilte die Interessengemeinschaft vor den Medien in Bern mit.

Gerade die Schweiz, welche sich im Umweltschutz stark mache, dürfe nicht zulassen, dass veraltete Technologien weit in die Zukunft hinein die Landschaft verunstalteten und Schaden anrichteten.

Die schweizerische Industrie - allen voran ABB - spiele bei der Erdverlegung sogar eine führende Rolle. So sei diese Methode auch ein Beitrag zum Innovations- und Technologiestandort.

Der Verein sieht sich in vielen Kantonen und Regionen von der betroffenen Bevölkerung unterstützt. Konkreter Widerstand gegen Freileitungen regt sich aktuell im Wallis, im Bernbiet, im Aargau und im Freiburger Land.

Punktesystem in Vernehmlassung

Im Ständerat wurde eine Motion von Jean-René FournierDas ParlamentJean-René Fournier
CVP, VS
auf MerklisteDetails
(CVP/VS) oppositionslos angenommen, welche umfassende und präzise Kriterien verlangt, wann eine Stromleitung in den Boden muss. Mit der Petition will die IG dieser Forderung Nachdruck verschaffen.

In der Schweiz sind bis 2015 gemäss einer Liste des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) insgesamt 67 Leitungsbauprojekte fällig.

Anfang April schickte das UVEK ein Punktesystem für die Interessenabwägung zwischen Freileitungen und Erdverlegung in die Anhörung bis Ende Juni. Das Schema sieht die Vergabe von Punkten für die Interessen Umwelt, Versorgungsicherheit und kommunale Anliegen vor. Diese Punkte werden dann den Kosten gegenübergestellt.

Elf Mal teurer als Freileitung

Der Stromkonzern Alpiq kam in einer im März publizierten Studie zum Schluss, die Erdverlegung der geplanten 28 Kilometer langen Höchstspannungsleitung Chamoson-Chippis im Wallis würde elfmal mehr kosten als eine Freileitung. Statt 72 Millionen Franken würden 799 Millionen fällig.

(sda)