Umfrage

11. August 2009 16:53; Akt: 11.08.2009 18:02 Print

Sympathien für TierterroristenSympathien für Tierterroristen

von Olaf Kunz - Die Anschläge militanter Tierversuchsgegner gegen den Novartis-Chef schlagen hohe Wellen. Doch längst nicht jeder empört sich über die gewaltsamen Aktionen gegen Daniel Vasella. Immerhin jeder Fünfte glaubt, dass die Angriffe durchaus zielführend sind.

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Ein Ziel haben die gewalttätigen Tierschützer schon erreicht: «Seit den Vorfällen verzeichnen wir enorm viele Medienanfragen und es gibt viele sehr detaillierte Fragen zu Bewilligungsverfahren, Einrichtungen und Klassifizierungen», sagt Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET). Damit bestätigt sie, was 20 Prozent der Leser von 20 Minuten Online bereits vermuteten. Nämlich dass «damit das Thema Tierversuche wieder an die Öffentlichkeit kommt». Diese Tatsache wird vor allem von jene der 4406 Umfrage-Teilnehmer, die sich kategorisch gegen Tierversuche aussprechen, mit Wohlwollen aufgenommen.

Mehr Bewilligungen

Dass ausgerechnet die Schweiz in den Fokus der für ihr unzimperliches Vorgehen bekannten Tierschutzorganisation SHAC geriet, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchaus nachvollziehbar. Nach Expertenschätzungen gibt es hierzulande mehrere hundert Tierversuchseinrichtungen, wenn auch keine, die ausschliesslich derlei Versuche vornehmen. Und 731 883 Tiere wurden allein 2008 für Tierversuche verwendet. Das sind 5491 mehr als 2007 und gegenüber 2003 sogar 104 311 mehr. Worauf der Anstieg des Bedarfs an Tierversuchen letztlich zurückzuführen ist, kann Cathy Maret nicht konkret sagen. «Sicher ist, dass die Fördergelder für Grundlagenforschung in den letzten Jahren aufgestockt wurden.»

Forschungsergebnis bleibt unklar

Doch auch die Grundlagenforschung bedeutet für zahlreiche Tiere grosse Schmerzen oder gar den Tod. So waren im vergangenen Jahr 15 578 Tiere nach Kategorisierung des BVET «schweren oder sehr schweren Belastungen», ausgesetzt. Allerdings gibt es Versuche mit Schweregrad 0, also sehr geringen Belastungen, bei denen – wenn auch ohne Schmerzen – gezielt der Tod herbeigeführt wird. «Das ist die absolute Spitze des Eisbergs der Arroganz», empört sich daher zum Beispiel die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner auf ihrer Webseite gegen diese «von den Tierversuchsexperimentatoren selbst gemachte Einstufung».

Das BVET verteidigt indes das Bewilligungsverfahren: «Zunächst wird geprüft, ob der Forschungszweck auch ohne Tierversuche erfüllt werden kann. Wenn nein, dann erfolgt eine Güterabwägung. Es wird geprüft, ob der Zweck den Einsatz von Tierversuchen überhaupt gerechtfertigt. Und dann wird der Umfang der Versuche beurteilt», so Maret. Allerdings: Ob der jeweilige Forschungszweck wirklich erfüllt wurde, darüber liegen dem Amt keine Informationen vor.

Mehrheit gegen Tierversuche

Egal ob Grundlagenforschung, Medikamentenentwicklung oder Krankheitsdiagnostik: 58 Prozent der Befragten lehnen Tierversuche kategorisch ab. Sie sind davon überzeugt, dass es in der heutigen Zeit auch ohne geht oder halten die Versuche moralisch schlichtweg nicht für vertretbar. Jeder Fünfte ist sogar in mindestens einer Tierschutzorganisation aktiv. Und erstaunliche vier Prozent der Befragten haben nach Eigenauskunft schon einmal in ihrem Leben mit eigener Hand Tiere aus einem Labor oder einer Massentierhaltung befreit.

Vegetarier in der Minderheit

Trotz der kategorischen Ablehnung der Versuche mit lebenden Tieren offenbaren die Ergebnisse auch eine gewisse Doppelmoral. So achten auch von den Tierversuchsgegnern 41 Prozent beim Kauf von Kosmetikartikeln nicht oder nur gelegentlich darauf, dass diese ohne Experimente mit Lebewesen entwickelt wurden. Und drei Viertel der Tierfreunde sind bekennende Fleischesser. Immerhin noch deutlich weniger als bei den Befürwortern. In dieser Gruppe wollen 96 Prozent trotz möglicher Massentierhaltung nicht auf Schnitzel und Cervelat verzichten.

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  • Simon am 18.09.2009 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Tierversuchsfreie Firmen unterstützen

    Leider werden Tierversuche nicht nur in der Medizin eingesetzt. Die Kosmetik-, Reinigungsmittel-, Tabakindustrie etc., setzen auch auf die mittelalterliche Methode. Ich habe mir eine Liste von Tierversuchsfreien Produkten von der Tierschutzorganisation PETA besorgt und kaufe dementsprechend ein.

  • Andrea am 18.09.2009 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    wem von uns das Rückenmark brechen?

    mir wird schlecht bei diesem Gelabber-agozzi verkauft sich und die Rechtfertigung für Tierversuche gut! Doch wir alle wissen, dass ein Tier die gleichen Schmerzen, die gleichen Gefühle empfindet wie ein Mensch- also, all die Befürworter der Tierversuche: Freiwillige vor! Ist doch für den Fortschritt

  • Jürg am 18.09.2009 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstgemachte Krankheiten-Rückkopplung

    Antrag für Zulassung von 30000 neuen Chemikalien in EU im Jahr 2009. Und natürlich werden diese zuerst an Tieren getestet (ca.5-10 Jahre). Dann auf den Markt. Dann in die Nahrungskette. Nun mittels Nahrung in seinen Körper. Es entstehen neue Krankheiten. Folglich Tierversuche wie gehabt! Oh Gott!