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Am Anschlag
26. Dezember 2008 20:21; Akt: 26.12.2008 20:49 Print
Verzweifelt gesucht: Asyl-Unterkünfte
von Von Roger Braun - Das Schweizer Asylwesen ist am Anschlag: Beim Bund stapeln sich die Anträge, die Kantone suchen verzweifelt nach Unterkünften. Beim ersten spürbaren Anstieg der Asylsuchenden zeigt sich: Der Abbau der Asylstrukturen war nicht nachhaltig.
In der Schweiz türmen sich die Asylgesuche: Ende November waren über
Einem Asylberwerber werden am 17. August 2006 im Empfangs- und Verfahrenszentrums EVZ in Basel Fingerabdrücke genommen. Beim Eintritt in das EVZ werden die Personalien der Asylsuchenden registriert, sie werden befragt, es werden Fotoportraits erstellt. (Bild: Keystone)
«Der Anstieg der Asylsuchenden seit dem Sommer stellt uns vor besondere Herausforderungen», sagt Jonas Montani vom BFM. Tatsächlich flüchten immer mehr Menschen in die Schweiz. Die Zahl der Asylanträge wird im Jahr 2008 über
Sparmassnahmen schlagen zurück
Der stärke Zustrom von Asylsuchenden ist aber nicht der einzige Grund für die Überlastung der Behörden. Sie ist auch Folge der Sparmassnahmen unter dem damals zuständigen Bundesrat Christoph BlocherDas Parlament
Christoph Blocher
SVP, ZH
auf MerklisteDetails.
Dieser hatte die Betreuungsverhältnisse auf die Kapazität von
Im Gegenzug versprach er ihnen, eigene Unterkünfte einzurichten, wenn die Zahl der Asylsuchenden
Kantone müssen Engpass ausbaden
Leidtragende sind die Kantone: Sie müssen sich erneut auf die Suche nach geeigneten Unterkünften für die Asylsuchenden begeben. Immerhin erreichten sie im November, dass sie vom Bund wieder Geld für die Reserveunterkünfte erhalten - 25 Millionen pro Jahr.
«Das Geld ist gut, aber löst nicht alle unsere Probleme», sagt der Asylkoordinator des Kantons Luzern, Raimond Caduff. «Der Wohnungsmarkt im Kanton Luzern ist ausgetrocknet und nicht in allen Gemeinden ist ein Asylzentrum willkommen», macht Caduff klar.
Plätze für Asylsuchende zu finden, gestaltet sich schwierig, wie auch die Rückmeldungen aus anderen Kantonen zeigen. Viele Kantone müssen auf Notlösungen zurückgreifen, um den Asylbewerbern ein Dach über dem Kopf bieten zu können.
«Zurzeit sind wir gezwungen, viele Asylsuchende erst mal in Zivilschutzanlagen unterzubringen», sagt die Asylkoordinatorin des Kantons Basel, Renata Gäumann.
Geschlossene Räume, enge Platzverhältnisse und weniger intensive Betreuung sind allerdings ungeeignet, um den Asylsuchenden die Eingewöhnung zu erleichtern.
Die Durchgangszentren, in denen die Asylsuchenden mit dem Leben in der Schweiz vertraut gemacht werden sollten, sind überlastet. «Eigentlich wollen wir die Personen drei bis sechs Monate in den Durchgangszentren betreuen, doch mit dem aktuellen Stau bleiben nicht mal zwei Monate dafür», sagt Caduff.
Neuankömmlinge stossen nach, die bereits Eingereisten werden auf Wohnungen in den Gemeinden verteilt, wo sie weniger gut betreut werden.
Empfangsstellen überfordert
Verschlimmert wird die Lage noch durch den personellen Engpass beim Bundesamt für Migration. «Die Arbeit für das Personal, das die Gesuche prüft, hat zugenommen», sagt Montani. Ursprünglich hatte sich der Bund zum Ziel gesetzt, zwei Drittel der erstinstanzlichen Entscheide in den Empfangszentren an den Schweizer Grenzen zu fällen.
Derzeit schaffe er das gerade mal bei 10 bis 20 Prozent, schätzen Kantonsvertreter. Dies erhöht die Aufenthaltsdauer der Asylsuchenden und bringt die Kantone weiter unter Druck. Sie müssen immer mehr Personen unterbringen.
Der Bund verspricht Besserung: Er wird dem Parlament im Sommer beantragen, den Stellenetat um 20 Stellen zu erhöhen sowie zusätzliche 8,9 Millionen Franken jährlich zur Verfügung zu stellen. Laut Montani sollen die zusätzlichen Arbeitskräfte vor allem in den Empfangszentren zur Abklärung der Asylgesuche eingesetzt werden.

























