Arme Ameisen

06. März 2009 07:38; Akt: 06.03.2009 10:09 Print

Die Spinne ist ein RaubtierDie Spinne ist ein Raubtier

Sie ist sehr klein, und sehr schlau: Die nur wenige Millimeter grosse Springspinne Menemerus bivittatus macht Jagd auf Beute, die bereits gejagt ist.

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Die Menemerus bivittatus hat eine besonders effiziente Strategie entwickelt, um an Nahrung zu gelangen: Sie jagt räuberischen Ameisen ihre Beute ab. Das haben neuseeländische Forscher in Kenia beobachtet. Den Tieren gelingt es damit, an frische Beute zu gelangen. Die Ergebnisse der Forscher wurden vom Onlinedienst des Wissenschaftsmagazins «New Scientist» publiziert.

Ähnliche Jagdtechniken wie Löwen und Leoparden

Die Spinnen schleichen sich langsam an ihre Beute an, um sich dann blitzartig auf sie zu stürzen. Hilfreich sind dabei ihre acht Augen, die ihnen einen guten Überblick verschaffen. Auf der Jagd nach kleinen Fliegen, denen sie auf diese Weise nachstellen, irren sie sich jedoch immer wieder und schnappen nach längst toten Insekten, die an den Fäden anderer Spinnen hängengeblieben sind und sich im Wind bewegen wie lebendige Tiere. Diese sind jedoch häufig so weit ausgetrocknet, dass sie von den Verdauungsorganen der Spinnen nicht richtig verarbeitet werden können.

Klein, aber gemein

Um nicht immer wieder unnötig Energie für die Jagd nach solchen wertlosen Beutetieren zu verschwenden, haben sie ihre Strategie geändert und lauern Ameisen auf: Aus einem Abstand von zehn Zentimetern stürzen sie sich auf die Insekten, entreissen ihnen die Beute und kehren dann schnell wieder in ihr Nest zurück. Solche Angriffe wiederholten sich sogar bis zu viermal hintereinander.

Unklar ist bisher noch, ob es sich bei dieser bisher bei Springspinnen seit Jahrzehnten nicht mehr beobachteten Technik um ein erlerntes Verhalten handelt. Springspinnen sind dafür bekannt, dass sie vergleichsweise komplexe Aufgaben lösen können. So wäre es möglich, dass sich die Spinnen das Lauern auf Ameisen von Artgenossen abschauen.

Quelle: Wissenschaft.de, Ulrich Dewald