Umweltschutz

28. Oktober 2009 17:11; Akt: 28.10.2009 18:09 Print

Ist Ihr Hund schon Vegetarier?Ist Ihr Hund schon Vegetarier?

von Daniel Huber - Auch Haustiere haben einen ökologischen Fuss-, pardon: Pfotenabdruck. Ihre Hauptsünde ist, ähnlich wie bei Herrchen und Frauchen, der Fleischkonsum. Was bei Hunden noch geht, liegt aber bei Katzen kaum drin: die fleischlose Diät.

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Kein eingefleischter Karnivore: Hund

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Unlängst sorgte das Buch der neuseeländischen Architekten Brenda und Robert Vale für Aufsehen, das unter dem unzimperlichen Titel «Time to Eat the Dog: The Real Guide to Sustainable Living» («Zeit, den Hund zu essen: Die Anleitung für ein nachhaltiges Leben») den ökologischen Fussabdruck auch für des Menschen besten Freund errechnet. Das erstaunliche Resultat: Ein mittelgrosser Hund, sagen wir mal, ein Deutscher Schäferhund, ist ein grösserer Umweltsünder als einer dieser Geländewagen, die gemeinhin als Ausdruck grösstmöglicher Verachtung für den Umweltschutzgedanken gelten.

Ökologischer Pfotenabdruck

Die Autoren legten dem Vergleich einen Konsum von 164 kg Fleisch und 95 kg Getreide pro Jahr zugrunde, was einen ökologischen Fussabdruck von 0,84 Hektaren für den Hund ergebe. Ein Toyota Land Cruiser, der im Jahr 10 000 km zurücklegt, bringe es dagegen lediglich auf 0,41 Hektaren — weniger als die Hälfte des Hundebedarfs.

Somit ist der umweltbewusste Hundehalter aufgefordert, etwas gegen Bellos enormen ökologischen Pfotenabdruck zu unternehmen. Der Schlüssel liegt dabei beim Fleischkonsum: Die 164 kg Fleisch pro Jahr fallen viel stärker ins Gewicht als das Getreide, das der Hund durchschnittlich verzehrt. Doch darf man seinem Hund — immerhin Nachkomme eines unbestritten karnivoren Tiers — überhaupt eine fleischarme Diät zumuten, ohne in den Ruch der Tierquälerei zu gelangen?

Fleischarme Ernährung

Ja, man darf, sagt Julika Fitzi vom Schweizer Tierschutz (STS). Der Hund sei «kein ausgesprochener Fleischfresser, sondern kann durchaus weitgehend fleischlos ernährt werden», erklärt die Tierärztin 20 Minuten Online auf Anfrage. Der beste Freund des Menschen sei überdies schon so lange domestiziert, dass er sich sehr stark an den Menschen und damit auch an dessen Nahrung angepasst habe. «Eine fleischarme Ernährung ist durchaus artgerecht», so Fitzi, «schliesslich können sogar Wölfe, die keinen Jagderfolg haben, fleischlose Zeiten gut überstehen. Die ernähren sich dann beispielsweise von Wurzeln.»

Ganz anders verhält es sich mit einem weiteren beliebten Haustier: Katzen seien «die wahren Fleischfresser», betont Fitzi. Es wäre extrem schwierig, diese eingefleischten Karnivoren zu Vegetariern umzuerziehen. Die Stubentiger, die der Umwelt laut Brenda und Robert Vale beinahe so stark zur Last fallen wie ein VW Golf, erfüllen aber beispielsweise als Mäusejäger auf Bauernhöfen eine wichtige Funktion bei der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts, wie Fitzi erklärt.

Katzen essen und Hunde verspeisen?

Da Brenda und Robert Vale unter anderem für Kaninchen als Haustiere plädieren, weil die niedlichen Nager kein Fleisch fressen, selber aber gegessen werden können, liegt der Gedanke nicht fern, die bedenkliche Ökobilanz von Hund' und Katz' liesse sich etwas verbessern, wenn man die Tiere aufessen würde. Fitzi kontert diesen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag mit dem Einwand, diese Gleichung stimme vorne und hinten nicht. Ohnehin würden die Haustiere entweder eines natürlichen Todes sterben, wodurch sie zum Verzehr eher ungeeignet seien, oder sie würden vom Tierarzt eingeschläfert, was sie erst recht ungeniessbar mache.

So bliebe als einzige Möglichkeit, sie zu schlachten — was ihre Halter wohl nie übers Herz bringen würden. «Wenn ich sehe, wie die Leute in meiner Praxis reagieren, wenn sie einen Hund verlieren, dann ist an so etwas überhaupt nicht zu denken», meint die Tierärztin. Zudem sei die Lebenserwartung eines Hundes viel höher als jene eines Schlachtschweins, so dass die Ökobilanz durch seinen Verzehr nur höchst marginal verbessert würde.

So oder so findet die Tierärztin den «ganzen Ansatz» der Vales «fragwürdig». «Darf man dann überhaupt noch Kinder in die Welt setzen?» fragt sie rhetorisch, «oder hundert Jahre alt werden?» Tatsächlich ist der Mensch mit seinen Konsumgewohnheiten, insbesondere dem Fleischverzehr, nach wie vor die grösste Umweltsünde.

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  • Volkmar am 29.11.2009 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Vegi-Dog

    Mein Hund ist gesund und munter und ich bin froh das er keine stinkenden Kadaverabfälle fressen muss,er riecht auch wesentlich besser und das Fell glänzt.

  • Omnivor am 03.11.2009 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Veganer und ihre Pseudowissenschaft

    Wer sich selber, dem Hund oder die Katze vegan oder vegetarisch ernährt, widerspricht sich der eigenen oder deren Natur.

  • Daniel am 02.11.2009 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt so nicht

    Das Wölfe in Notzeiten Wurzeln fressen, stimmt nicht - garantiert nicht. Laut Literatur ist das Gegenteil wahr - ohne Fleisch verhungert der Wolf - nach ein paar Wochen. Hunde oder Katzen vegetarisch zu ernähren ist Tierquälerei - bereits Gebiss und Darmlänge beweisen die Raubtiernatur.