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Sexualität
22. Januar 2010 13:56; Akt: 22.01.2010 14:59 Print
Warum Frauen beim Sex stöhnen
Manche Frauen sind beim Sex so laut, dass die Nachbarn die Polizei rufen. Warum tun sie das?
Frage man beliebige Leute, ob sie schon ein heterosexuelles Paar beim Sex gehört hätten, und falls ja, welcher Partner denn der lautere war, so sei die Antwort praktisch immer dieselbe — egal, von wem sie komme. Heteros oder Schwule, Frauen, Männer, Amerikaner, Japaner, Brasilianer oder Franzosen — alle seien sie sich einig, stellt der Psychologe und Buchautor Christopher Ryan in seinem Blog auf «Psychology Today» fest. Die Frauen sinds.
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«Schneller, regelmässiger Rhythmus»
Ryan zitiert aus einer Studie, in der die weiblichen Lautäusserungen während des Liebesspiels untersucht wurden: Diese «wurden allmählich intensiver, als der Höhepunkt näher kam, und nahmen beim Orgasmus einen schnellen, regelmässigen Rhythmus an, der bei den männlichen Lustäusserungen während des Orgasmus fehlte».
Doch warum? Immerhin gelte Sex in nahezu allen Gesellschaften als etwas mehr oder weniger Anrüchiges, auf jeden Fall aber Intimes, dem man im Privaten fröne, so Ryan. Warum also stöhnen manche Frauen so laut, dass auch die Nachbarn wissen, was gerade los ist? Für Ryan ist die Sache klar: Der Ursprung der lauten Lust liegt in der Evolution. Das lärmige Verhalten kommt nämlich bereits bei unseren nächsten Verwandten vor, den Primaten.
Spermienkonkurrenz
Zwar sind laute Geräusche beim Sex zuerst einmal ein Risiko für eine Spezies, die Fressfeinde hat — zumal, wenn der Akt auf dem Boden stattfindet. Das gilt für unsere Vorfahren ebenso wie heute noch für Primaten. Das Gestöhne muss also einen klaren evolutionären Vorteil aufweisen, um diesen offensichtlichen Nachteil auszugleichen. Ryan beruft sich auf den britischen Primatologen Stuart Semple, der dieses Verhalten der Weibchen mit dem Begriff Spermienkonkurrenz erklärt. Die Paarungsgeräusche des Weibchens lockten somit andere Männchen an, deren Samen dann in Wettbewerb mit jenem des vorherigen Sexualpartners des Weibchens trete.
Aus diesem Grund seien Männchen — und auch Menschenmänner — besonders hellhörig, was diese weiblichen Laute der Lust betreffe. Semple analysierte über 550 Paarungsgeräusche von sieben verschiedenen Pavian-Weibchen und fand dabei heraus, dass die Lustbekundungen umso länger und komplexer waren, je höher der soziale Rang des kopulierenden Partners war. Zugleich waren sie auch komplexer, wenn das Weibchen näher beim Eisprung war. Die äffischen Lustschreie sind übrigens laut der eingangs erwähnten Studie bis zu einer Entfernung von dreihundert Metern deutlich vernehmbar.
Schneller ist sicherer
Eine andere Hypothese sieht den evolutionären Vorteil des Gestöhnes darin, dass dieser «Soundtrack» die Männchen antreibe, so dass sie schneller zum Orgasmus kämen. Manche Prostituierte würden, wie Ryan süffisant bemerkt, dieser Analyse sicher zustimmen. Der Vorteil des schnelleren Sex liege dann eben im entsprechend geringeren Risiko, beim Akt von einem Raubtier überrascht und gefressen zu werden. Allerdings sieht Ryan gewisse Schwächen in dieser Hypothese. So räumt er ein: «Männliche Primaten sind nicht gerade bekannt für ihre Ejakulationsprobleme.» Und bei Männern sei wohl eher der vorzeitige Samenerguss ein Problem als der verspätete. Entsprechend dürften moderne Frauen eher daran interessiert sein, die Sache etwas in die Länge zu ziehen.
(dhr)



























