Grossprojekt

09. Februar 2010 16:55; Akt: 09.02.2010 17:17 Print

Uni Genf sucht im All nach AntimaterieUni Genf sucht im All nach Antimaterie

Ein von der Universität Genf mitentwickeltes Gerät soll im Weltraum die rätselhafte Antimaterie aufspüren. Der so genannte «Alpha Magnetic Spectrometer» (AMS) soll im Herbst er zur Raumstation ISS fliegen und dort auch nach der geheimnisvollen Dunklen Materie Ausschau halten.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Das Gerät hat am CERN seine letzten Tests bestanden. Wahrscheinlich bis Ende September werde es an Bord einer Raumfähre zur Raumstation ISS gebracht, sagte der Physikprofessor Martin Pohl von der Universität Genf am Dienstag. Von dort aus wird der AMS drei Jahre lang diverse Weltraumteilchen aufzuspüren versuchen.

Das Hauptinteresse gilt dabei der Antimaterie. Antimaterie entstand laut Physiktheorien vor 13,7 Milliarden Jahren bei der Entstehung des Universums. Sie besteht aus Teilchen, die «unserer» Materie gleichen wie Zwillinge, aber eine andere Ladung haben. Da Antimaterie in der Atmosphäre zerstrahlt, müssen Messungen im Weltall stattfinden.

Mysteriöse Dunkle Materie

Ausserdem hoffen die Forscher, dank dem AMS einem anderen Mysterium des Universums auf die Spur zu kommen: der Dunklen Materie. Das Weltall besteht laut Physikern zu rund 63 Prozent aus dieser Form der Materie. Weil sie kein Licht aussende, habe sich die Dunkle Materie bislang aber jeglichen Messversuchen entzogen, sagte Pohl.

Möglich macht die Messungen ein grosser heliumgekühlter Magnet, der die winzigen Teilchen ablenkt. Dadurch können Eigenschaften wie Ladung, Masse und Impuls bestimmt werden. Der AMS wurde laut der Mitteilung zu einem grossen Teil in Genf gebaut. Beteiligt sind aber nicht weniger als 500 Forscher von 56 Instituten aus 16 Ländern.

Ein Vorläufer des Geräts wurde bereits 1998 ins All geschickt. Der Prototyp sammelte während eines zehntägigen Flugs mit der Raumfähre «Discovery» Spuren von rund 100 Millionen geladenen Teilchen der kosmischen Strahlung. Hinweise auf Antimaterie oder Dunkle Materie fand er aber nicht.

(sda)