Weltraumforschung

18. Oktober 2009 23:04; Akt: 18.10.2009 23:30 Print

Wie das Wasser auf den Mond kommtWie das Wasser auf den Mond kommt

Auch auf dem Mond gibt es Wasser - doch woher stammt es? Die Amerikaner haben zur Klärung der Frage jüngst eine Rakete auf der Mondoberfläche zerschellen lassen. Europäische Forscher haben auch ohne grosses Getöse eine Antwort gefunden.

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Bild der Krater, welche die Aufschläge auf dem Mond hinterlassen haben. (Bild: NASA)

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Erste Auswertungen der Daten der jüngsten Mond-Mission (20 Minuten Online berichtete) haben bei der NASA Begeisterung ausgelöst. Die US-Weltraumbehörde hatte vor rund zehn Tagen eine zwei Tonnen schwere ausgebrannte Raketenstufe und eine Raumsonde im Abstand weniger Minuten mit rund 9000 Stundenkilometern in einen Mondkrater einschlagen lassen, um den Aufprall untersuchen zu können.

«Wir waren wie von den Socken gerissen von den Daten», sagte Missionschef Anthony Colaprete am Freitag. Die Daten scheinen von «sehr hoher Qualität» zu sein. Neue Fotos zeigen demnach eine vom Aufprall verursachte rund 1,5 Kilometer hohe Säule aus Staub.

Die riesige Wolke konnte anschliessend von der 79 Millionen Dollar teuren Raumsonde LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) untersucht werden. Das Vorhaben vom 9. Oktober war von vielen Beobachtern zunächst kritisiert worden, da eine von der NASA vorab angekündigte bis zu zehn Kilometer hohen Staubwolke ausblieb, die auch von der Erde aus noch zu sehen sein sollte.

Von dem gezielten Absturz der beiden Objekte erhoffen sich die Wissenschaftler einen Beweis für Wasser auf dem Mond. Sie vermuten, dass sich gerade tief unten in Kratern an den Polen, die nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, Wasser in Form von Eis gesammelt haben könnte.

Mondstaub verschluckt Licht nicht vollständig

Statt die Frage nach dem Ursprung des Wassers mit einer Explosion und der Beobachtung von Verdampfung - wie es die NASA vorhatte - zu untersuchen, versuchten es die Europäer mit neuen Messgeräten - und sind fündig geworden: Die Entdeckung machten die Forscher mit dem Teilchenanalysator SARA an Bord der indischen Mondsonde Chandrayaan 1.

Demnach wirkt der Mond wie ein Schwamm für die elektrisch geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen und auf ihn treffen. Die Teilchen des Sonnenwindes, die Protonen, reagieren mit dem Sauerstoff in Staubkörnchen auf der Oberfläche. Dabei entstehe Wasser.

Die Mondoberfläche besteht aus einer losen Ansammlung von Staub und Gestein. Die Daten von SARA zeigten auch, dass von diesem Material nicht alle Lichtteilchen (Protonen) «verschluckt» werden.
Etwa jedes fünfte Proton füge sich mit einem Elektron zu einem Wasserstoffatom zusammen, das mit rund 200 Stundenkilometern in den Weltraum davonrase. Die Anziehung des Mondes sei allerdings zu gering, um die Atome zurückzuhalten.

Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau längerfristiger bemannter Stationen auf dem Mond. Deshalb gilt der Frage nach der Existenz und dem Ursprung von Wasser auf dem Erdtrabanten als zentrale Frage, die es vor einer Besiedelung zu lösen gilt.

(sda/dapd)