Astronomie

16. Oktober 2008 11:48; Akt: 16.10.2008 12:27 Print

Heissester Planet entdecktHeissester Planet entdeckt

WASP-12b dürfte einer der ungastlichsten Planeten unserer Galaxis sein: Fast doppelt so gross wie Jupiter ist der Gasriese, höllische 2250 Grad heiss, und sein Jahr dauert nur einen Erdentag.

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Illustration: Heisser Gasriese vor seiner Sonne (Bild: ESA - C.Carreau)

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Britische Astronomen von der Universität von St. Andrews haben einen neuen Himmelskörper entdeckt, der sich als bisher heissester bekannter Planet erwiesen hat, wie die Website Newscientist.com berichtet.

Grösser als Jupiter

Der Exo-Planet (Planet ausserhalb unseres Sonnensystems) mit der wissenschaftlichen Bezeichnung WASP-12b ist etwa 1,8-mal so gross wie Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems. Der Gasriese umkreist seine Sonne in nur wenig mehr als einem Erdentag — was kein Wunder ist, da die Distanz zu seinem Muttergestirn nur ein Vierzigstel des Abstands von der Erde zur Sonne beträgt.

Höllisch heiss

Aufgrund dieser Nähe zu seiner Sonne ist WASP-12b heiss. Sehr heiss sogar: Die Astronomen unter der Leitung von Leslie Hebb berechneten für den neuen Planeten eine Oberflächentemperatur von bis zu 2250 Grad Celsius. Das macht den Neuling zum heissesten bislang bekannten Planeten; heisser noch als der bisherige Rekordhalter HD 149026b. Der im Mai 2007 entdeckte Exo-Planet bringt es nur auf knapp über 2000 Grad.

Zu nah und zu gross

Irritiert hat WASP-12b die Astronomen nicht nur mit seinen höllischen Temperaturen. Eigentlich dürfte ein Gasriese dieser Grösse gar nicht so nah um sein Muttergestirn kreisen; in dieser Distanz zu einem Stern gibt es nicht genügend Gas und Staub, dass sich daraus ein Planet bilden könnte. Die Forscher nehmen daher an, dass sich solche Gasriesen in grösserer Entfernung von ihrer Sonne formen und erst danach ihr Muttergestirn in allmählich immer engeren Umlaufbahnen umkreisen.

Auch die schiere Grösse des heissen Himmelskörpers stellt die Astronomen vor Probleme. Bisher gingen die gängigen Theorien zur Planetenbildung davon aus, dass nicht einmal Gasriesen so gross werden können. Möglicherweise liegt die Erklärung dafür in der Nähe von WASP-12b zu seiner Sonne. Das Zentralgestirn könnte mit seiner Strahlung den Planeten regelrecht aufblähen, nehmen die Wissenschaftler an.

WASP-12b wurde im Rahmen des «SuperWASP»-Projekts (Super Wide Angle Search for Planets) von zwei Teleskope auf den Kanarischen Inseln und in Südafrika entdeckt.

(dhr)