Aus der Zeit von König David

30. Oktober 2008 23:48; Akt: 31.10.2008 10:42 Print

Archäologen graben ältesten hebräischen Text ausArchäologen graben ältesten hebräischen Text aus

Archäologen haben südöstlich von Jerusalem eine rund 3000 Jahre alte Tonscherbe mit fünf Zeilen Text entdeckt. Die Forscher sprechen vom bedeutendsten Fund seit der Entdeckung der legendären Schriftrollen von Qumran im Jahr 1947.

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Archäologe Yossi Garfinkel zeigt die 3000 Jahre alte Scherbe mit hebräischer Inschrift, 26. Oktober 2008.

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Es handle sich um den bislang ältesten hebräischen Text, der jemals gefunden wurde, teilte die Hebräische Universität von Jerusalem am Donnerstag mit. Die Scherbe ist 15 mal 15 Zentimeter gross. Archäologen fanden sie nahe dem Stadttor der Festung Elah bei Khirbet Qeiyafa.

Die Universität Oxford bestimmte das Alter der Tonscherbe mit naturwissenschaftlichen Messmethoden. Die Schrift auf der Scherbe sei demzufolge 3000 Jahre alt und stamme damit aus der Zeit von König David. Im Vergleich zu den Schriftrollen von Qumran mit biblischen und ausserbiblischen Texten sei die Tonscherbe fast 1000 Jahre älter.

Von professionellem Schreiber

Zwar sei der Text noch nicht vollständig entziffert, doch die Wörter «Sklave», «Richter» und «König» seien bereits erkennbar. Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich um den Teil eines Schreibens oder eines Gesetzestextes mit einer bestimmten Botschaft handeln könnte, niedergeschrieben von einem professionellen Schreiber.

Die Hebräische Universität von Jerusalem hofft, dass der Text helfen könne, die Entwicklung sämtlicher überlieferter Schriften besser zu verstehen. Die archäologischen Grabungen in der Festung Elah, der ältesten bekannten Stadt aus biblischer Zeit in Israel, hatten im Juni 2008 begonnen.

Die Festungsanlage an der Grenze zwischen dem Machtbereich der Philister und dem Königreich Judäa dürfte ein wichtiger Kontrollposten gewesen sein. Von der Anlage hat man einen Überblick über das Tal Elah, das Kampfstätte des im Alten Testament überlieferten Kampfes zwischen David und Goliath gewesen sein soll. Bislang sind erst vier Prozent der Anlage freigelegt.

(sda)