Zweiter Weltkrieg

03. März 2009 15:22; Akt: 03.03.2009 15:49 Print

Nazi-Spion hätte Kriegs- Verlauf ändern könnenNazi-Spion hätte Kriegs- Verlauf ändern können

Hunderttausende Soldaten kämpften und fielen im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten. Doch das Schicksal eines einzigen Mannes gab möglicherweise den Ausschlag über Sieg und Niederlage in einem entscheidenden Feldzug.

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Der Nordafrika-Feldzug der Alliierten im Zweiten Weltkrieg hätte ganz anders verlaufen können, hätten die Briten nicht gerade noch rechtzeitig einen portugiesischen Nazi-Spion gefangengenommen.

Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Dokumenten des britischen Geheimdienstes MI5 hervor. Demnach hätte der Funker Gastao de Freitas Ferraz die deutschen Besatzungstruppen in Marokko und Algerien wohl davor gewarnt, dass die Alliierten unter General Dwight D. Eisenhower Ende 1942 eine Invasion in Nordafrika planten.

Ein Wendepunkt des Krieges

Damals wurden die Deutschen unter General Erwin Rommel und ihre Verbündeten aus Vichy-Frankreich nach heftigen Kämpfen zurückgedrängt und im Mai 1943 schliesslich geschlagen. Ihre Niederlage bei Tunis gilt als ein Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs und als Wegbereiter für die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944. Den Dokumenten zufolge wäre der Sieg der Alliierten aber vermutlich nicht möglich gewesen, wenn ihre Pläne vorab bekannt gewesen wären - wenn also der deutsche Informant Freitas Ferraz nicht ausser Gefecht gesetzt worden wäre.

Dramatischer Kommandoeinsatz

Britische Geheimdienstagenten registrierten laut MI5 im Jahre 1942 des Öfteren ein «unnatürliches Verhalten» von Fischerbooten aus dem neutralen Portugal. Diese waren teilweise mit erstklassiger Kommunikationstechnologie ausgestattet und hatten Funker wie Freitas Ferraz an Bord. Der Mann wurde bei einem dramatischen Kommandoeinsatz auf hoher See am 1. November 1942 von der «Gil Eannes» geholt, nachdem eine Festnahme in der damaligen britischen Kolonie Neufundland an bürokratischen Hürden gescheitert war.

Freitas Ferraz wurde zunächst nach Gibraltar und dann nach Grossbritannien gebracht. In seinen Verhören räumte er den Dokumenten zufolge ein, von den Nationalsozialisten für Informationsdienste bezahlt worden zu sein. Er wurde nach Kriegsende nach Portugal abgeschoben, 1955 wurde seine Akte beim britischen Geheimdienst geschlossen.

(dapd)