12. Dezember 2007 13:43; Akt: 12.12.2007 15:53 Print

Blocher will wieder antretenBlocher will wieder antreten

Christoph Blocher hat sich nach seiner Nichtwiederwahl in den Bundesrat in Schweigen gehüllt. Dafür äussert sich sein Sprecher: Blocher gibt nicht auf. Unterdessen hat sich SVP-Präsident Ueli Maurer vom wiedergewählten Samuel Schmid distanziert: Er sei ab sofort ein Bundesrat ohne Fraktion.

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Eveline Widmer-Schlumpf gibt am 13. Dezember ihre erste Pressekonferenz als Bundesrätin. (Bild: Keystone/Peter Schneider) Bundesrat Samuel Schmid versicherte am Donnerstagmittag vor den Medien, dass ein Parteiwechsel nicht in Frage komme: «Die SVP ist und bleibt meine politische Heimat.» (Reuters/Stefan Wermuth) Die neue Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf leistet den Eid. (Bild: Reuters/Ruben Sprich) Auf dem Bundesplatz feiern Blocher-Gegner die Annahme der Wahl durch Eveline Widmer-Schlumpf. (Bild: Reuters/Denis Balibouse) Vor der Wahl am Mittwoch zeigte sich Noch-Bundesrat Christoph Blocher demonstrativ gut gelaunt. Noch läuft alles normal: Bundesrat Pascal Couchepin verabschiedet Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz. (Bild: Reuters/Pascal Lauener) Letzte taktische Besprechung bei der SVP: Hans Fehr, Ueli Maurer und Hansjörg Hassler. Gelöste Stimmung bei der CVP: Ständerat Eugen David, Parteipräsident Christophe Darbellay und Nationalrätin Lukrezia Meier-Schatz. Absprache zwischen Filippo Leutenegger von der FDP und den SVP-Vertretern This Jenny und Adrian Amstutz (vlnr.). (Bild: Reuters/Stefan Wermuth) SVP-Präsident Ueli Maurer wirft neben dem SVP-Fraktionschef Caspar Baader seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Die Weibel bringen die Wahlzettel zu den Stimmenzählern. Jubel bei Ratslinken nach der Bekanntgabe der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher. Betretene Gesichter bei der SVP. Vereidigung der sechs gewählten Bundesräte Moritz Leuenberger, Pascal Couchepin, Samuel Schmid, Micheline Calmy-Rey, Rudolf Merz und Doris Leuthard. Der siebte Sitz ist noch vakant. (Bild: Reuters/Ruben Sprich) Anstelle von Christoph Blocher wurde Eveline Widmer-Schlumpf gewählt, die hier das Bundeshaus betritt. Sie bat bis Donnerstag, 8 Uhr, um Bedenkzeit.

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Der Volkstribun verbrachte den Sitzungsunterbruch im Parlament zusammen mit der SVP-Fraktion im Bundeshaus-Saal 87. Nach Ende der Sitzung verliess Blocher schweigend den Raum.

Bundesrat Christoph Blocher will wieder zur Wahl antreten, sollte die Bündner SVP-Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Wahl ablehnen. Das erklärte sein Sprecher Livio Zanolari auf Anfrage. Vor Donnerstag werde Blocher keine weiteren Auskünfte geben.

Ob definitiv oder nicht: Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren hat das Parlament am Mittwoch ein erneut kandidierendes Regierungsmitglied «abgewählt». Die beiden einzigen andern Fälle in der Geschichte des Bundesstaates liegen bereits 135 und 153 Jahre zurück.

Anders als die im Dezember 2003 von ihm verdrängte Christlichdemokratin Ruth Metzler wurde Blocher nicht das Opfer einer kräftemässigen Verschiebung im Parlament. Die Abwahl galt klar der polarisierenden Persönlichkeit des Justizministers und dessen Politik.

Seit 1919 wurden mit Ausnahme von Metzler und Blocher jeweils alle wieder kandidierenden Mitglieder des Bundesrates schon im ersten Wahlgang bestätigt. Zwischen 1851 und 1881 gab es hingegen mehrere Versuche, Bundesräte in die Wüste zu schicken. Nicht wiedergewählt wurden in der 159-jährigen Geschichte des Bundesstaates aber nur zwei weitere Magistraten.

1854 traf es einen der ersten Sieben, nämlich den Berner Ulrich Ochsenbein. Der nach rechts gerutschte ehemalige Freischarenführer wurde das Opfer von freisinnigen Flügelkämpfen. 1872 wurde der Genfer Jean-Jacques Challet-Venel nicht wiedergewählt, weil er als eingefleischter Föderalist die zentralistische Verfassungsrevision bekämpfte.

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  • Stucki Esther am 20.12.2007 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist denn so bedenklich?

    die Parlamentarier sind die Vertreter des Volkes und wählen die Bundesräte. Zudem sind nur 29% der Bevölkerung SVP- Wähler und ich denke auch von diesen hätten nicht alle Herr Blocher gewählt. Ist es bedenklich ein demokratischer Entscheid würdig anzunehmen?

  • Peter Zindel am 19.12.2007 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich!

    Diese Bundesratswahlen sind nicht nach dem Volkswillen verlaufen. Das Verhalten vieler Parlamentarier gibt sehr zu denken. Was in den letzten Tagen und Wochen passierte nuetzt der gesunden Politik nicht. Die schwarzen und linken wollen auch den weitaus besten BR noch abwaehlen. Bedenklich !

  • rK. am 16.12.2007 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweizer Wahl- und Stimmvolk

    lässt sich weder von links noch rechts manipulieren. Die SVP-Politmaschinerie hat es versucht und Millionen in den Sand gesetzt. Oppositionelle Sandkastenspiele à la Italien oder Deutschland haben in der Schweiz keine Chance. Da haben einige unsere historisch gewachsene Demokratie nicht begriffen.